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Ab Herbst mit eigenem Café

Die Bio-Bäckerei Neuhof an der Kesslerstrasse in Schlieren wird doch nicht – wie ursprünglich geplant – in ein Provisorium umziehen. Das Café wird sanft renoviert und soll schon im Herbst die ersten Gäste empfangen.

Die Bio-Bäckerei Neuhof ist seit rund einem halben Jahr an der Kesslerstrasse 7 in Schlieren zu Hause. Ursprünglich war geplant, dass das Café im Jahr 2020 komplett umgebaut wird. Der Verkauf hätte während dieser Zeit in einem Container stattgefunden. Benjamin Korb, Geschäftsführer der Bäckerei, hat nun aber andere Pläne: «Seit wir hier sind, haben wir festgestellt: Ohne Café geht es nicht. Die Leute freuen sich zwar über die Bäckerei, aber noch öfters fragen sie nach der Wiedereröffnung des Cafés.»

Deshalb hat sich Korb für einen sanften Innenumbau des Cafés entschieden – die Bäckerei bleibt währenddessen regulär von Dienstag bis Freitag von 7 bis 17 Uhr und samstags von 7 bis 12 Uhr geöffnet. Die Firma Jost, der auch das Gebäude an der Kesslerstrasse 7 gehört, beteiligt sich aktiv am Umbau.

Feine Pralinés und Torten aus Bio-Zutaten

Die Eröffnung des Cafés ist auf den Herbst dieses Jahres geplant. Die Wände werden gestrichen, der Boden neu gegossen und die Inneneinrichtung wird leicht verändert und modernisiert – so soll Platz für 25 bis 30 Gäste entstehen. Das kulinarische Angebot wird ausgebaut: «Zum Zmittag möchten wir neben unseren bewährten, frisch zubereiteten kalten Sandwiches auch heisse servieren oder an kälteren Tagen auch einmal eine saisonale Suppe.

Ein Frühstück wird ebenfalls mit auf die Speisekarte genommen», verrät Korb. Auch hausgemachte Getränke sind geplant. Das Menü wird aber bäckereilastig bleiben: «Wir machen weiterhin das, was wir am besten können», sagt der Betriebsleiter lachend.

Neu hat die Bio-Bäckerei auch den Patisserie- und Confiserie-Bereich ausgebaut: So gibt es feine, aus biologischen Produkten produzierte Pralinés und Torten. Da die Beschaffung der biologischen Rohstoffe nach Bio-Knospe-Zertifizierung rund 50 Prozent mehr kostet als die Herstellung solcher Süsswaren mit herkömmlichen Zutaten, sind die Leckereien – wie alle angebotenen Back- und Konditoreiwaren der Bio-Bäckerei – etwas hochpreisiger.

Biologische Rohstoffe haben ihren Preis

Bislang kommen die Kunden hauptsächlich aus den umliegenden Gemeinden wie Dietikon, Engstringen oder Urdorf. «Die Grundidee war, das Quartier hier zu beleben. Aber durch unsere Bio-Knospe-Zertifizierung ist unser Angebot den Umständen geschuldet etwas teurer als dasjenige  im Migros oder Coop», resümiert Korb. Auch die Salate, die die Bäckerei in depotpflichtigen Weckgläsern anbietet, nimmt Korb beim einen oder anderen Kunden als Hemmschwelle wahr: «Der Nachhaltigkeitsgedanke ist bei uns gross – bei den Kunden muss dieser vielleicht einfach noch mehr implementiert werden.» Korb und sein 14 Personen umfassendes Team versuchen deshalb aktiv auf die Kunden zuzugehen, Feedback einzuholen und das Bio-Konzept zu erläutern.

Das neue Café wie auch die Limmattalbahn und die geplante Umgestaltung des Kesslerplatzes stimmen Korb für eine lange und nachhaltige Zukunft der Bio-Bäckerei positiv. Auf den eigenen Social-Media-Kanälen wie Instagram oder Facebook informiert die Bäckerei übrigens stets aktuell über Neuigkeiten oder besonders feine Tagesangebote. Sehr beliebt sind bislang die Croissants, die verschiedenen und oft aus Dinkelmehl produzierten Brote wie auch der angebotene Demeter-Kaffee, den Korb selber «gerne und oft» trinkt. Dieser wird natürlich auch im neuen Café im Angebot stehen.

 

Text: Linda von Euw, Foto: Marina Lukac, Martin Gollmer