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Am neuen Spital Limmattal beginnt die Bauphase

Quartier, Stadt
September 2015

Im Herbst 2018 soll das neue Spital Limmattal bezugsbereit sein. Bis dann muss noch viel geschehen.

«Wir sind gut unterwegs», sagt Nils Eichbaum, Gesamtprojektleiter des Neubaus am Spital Limmattal. Es ist Anfang September, wir stehen auf der Dachterrasse im 15. Stock des alten Spitals an der Urdorferstrasse 100 und blicken auf die imposante Baugrube für das neue Spital tief unter uns. Eben ist der Aushub abgeschlossen worden. 100‘000 m3 Erde wurden seit Februar ausgebaggert und in über 6000 Lastwagenfahrten weggeführt. Im Nordosten ist die Baugrube 15 Meter tief, im Südwesten 8 Meter. «Die Aushubarbeiten verliefen ohne böse Überraschungen», sagt Eichbaum sichtlich zufrieden. Weder seien Felsformationen oder Findlinge noch Verschmutzungen des Erdreichs angetroffen worden. «Damit konnte ein grosses Risiko beim Neubau eliminiert werden.» Bereits sind in der Baugrube 96 Erdsonden in eine Tiefe von 173 Metern versenkt worden. Sie sorgen dereinst für Wärme und Kälte im neuen Spital.

Hinter sich hat der Neubau des Spitals Limmattal schon die Projektierungsphase. Diese begann im Januar 2014 mit dem Vorprojekt, der Baueingabe, dem Baubewilligungsverfahren, dem Bauprojekt und der Bauausschreibung. Ab November 2014 folgte dann die Asbestsanierung in den zum Abbruch bestimmten Gebäuden und dann die Abbrucharbeiten selbst. Verschwinden mussten das Theodosianum (die Ausbildungsstätte für das Pflegepersonal), die Heizzentrale mit dem markanten Kamin und Verwaltungsräume. Für die Heizzentrale und die Verwaltung wurde ein Provisorium auf einem Angestelltenparkplatz im Westen des alten Spitals geschaffen.

Vom Rohbau zum Innenausbau

Vor sich hat das neue Spital Limmattal die Bauphase. Diese lässt sich in zwei Etappen gliedern. In der ersten Etappe wird der Rohbau erstellt. Zuerst werden in der Baugrube die Grundleitungen und das Drainagesystem gelegt. Darauf wird dann die Bodenplatte betoniert. Das dauert bis ins Frühjahr 2016. Gleichzeitig werden fünf Kräne aufgestellt. Der grösste hat eine Höhe von 92 Metern – 20 Meter mehr als das Hochhaus des alten Spitals. Kaum sind die ersten Teile der Bodenplatte betoniert, wird auch schon mit dem Hochziehen der Wände begonnen. Diese sollen – je nach Wetter in der kalten Jahreszeit – Ende 2016/Anfang 2017 fertig sein. «Wenn wir einen milden Winter haben – umso besser», sagt Eichbaum. «Dann können wir durcharbeiten.»
Noch während die oberen Geschosse des Neubaus erstellt werden, beginnt Mitte 2016 in den unteren Geschossen schon die nächste Etappe: Der Innenausbau. Nicht tragende Wände werden eingezogen, die Fenster eingebaut, die Technik installiert und Grossgeräte wie Computertomograph und MRI (Magnetic Resonance Imaging) aufgestellt. Diese Phase wird im Herbst 2018 abgeschlossen.

Zeitpuffer sind eingebaut

An die Fertigstellung von Rohbau und Innenausbau schliesst die Testphase an. Sie dauert vom Dezember 2017 bis September 2018. Geprüft wird, ob die Gebäudetechnik funktioniert, die Grossgeräte korrekt arbeiten, die Informations- und Kommunikationstechnologie einsatzbereit sind. Mitte/Ende September 2018 soll das neue Spital betriebsbereit sein und der Bauherrschaft übergeben werden. Der Umzug vom alten ins neue Spital erfolgt im September/Oktober 2018.
Doch damit sind die Arbeiten an der Urdorferstrasse 100 noch nicht abgeschlossen. Bis Mitte 2019 wird das alte Spital rückgebaut. Parallel dazu beginnen die Umgebungsarbeiten. Die Abnahme von Garten- und Parkanlagen ist für Herbst 2019/Frühjahr 2020 geplant.
Was macht Eichbaum, damit dieser ambitionierte Zeitplan eingehalten werden kann? «Wir kontrollieren regelmässig den Baufortschritt», sagt der 49-jährige Deutsche, der auch schon mal gemeinsam mit seinem Team Zehn- bis Zwölfstundentage schiebt, damit das Projekt auf Kurs bleibt. «Puffer sind eingebaut, aber das Wetter, das den Baufortschritt mitbeeinflusst, können wir nicht vorhersehen.» Dem Baufortschritt entsprechend werden auch die Lieferanten bezahlt. Damit wird sichergestellt, dass das Budget von 270 Millionen Franken (vgl. Zahlenkasten) – nicht überschritten wird. «Wir sind zuversichtlich, dass wir Zeitplan und Budget einhalten können, sagt Eichbaum, der in seinem früheren Leben schon Grossprojekte wie das Terminal 2 am Flughafen München federführend betreut hat.

Martin Gollmer

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