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«Bugn gi Schlieren»

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November 2017

Schlieren unterstützt im Rahmen einer Gemeindepatenschaft den kleinen, finanzschwachen Ort Donat. Ende Oktober waren die Stadtparlamentarier in der bündnerischen Gemeinde auf Besuch.

 

«Bugn gi Schlieren» – «Guten Tag», wünscht Walter Battaglia, der Gemeindepräsident von Donat, den Einwohnern Schlierens. Donat ist seit 1983 die Patengemeinde von Schlieren. Sie liegt in der Region Viamala, im Kreis Schams im Bezirk Hinterrhein im Kanton Graubünden. Der kleine Ort zählt etwas mehr als 220 Einwohner und ist «ein Bauern- und Wohndorf», wie Battaglia im Gespräch mit dem «Schlieremer» sagt.

 

Nach Thusis, dem nächstgrösseren Ort, sind es mit dem Auto 30 Minuten, nach Chur, der Kantonshauptstadt, 60 Minuten. Viele Einwohner pendeln denn auch zum Arbeiten weg und schätzen die attraktive Wohnlage am Fuss der Muntogna da Schons. Die Bevölkerungszahl ist gemäss Battaglia stabil. Anders als in vielen anderen Bergdörfern nimmt sie nicht ab. Wachsen tut sie aber auch nicht, da Bauland fehlt – «ein Problem», wie Battaglia sagt.

Die Einwohner Donats sind grossmehrheitlich – etwa zu 70 Prozent – Rätoromanen. Ausländer wohnen keine im Dorf.

 

Kaum Infrastruktur

Infrastruktur hat es in Donath kaum. Es gibt eine Primarschule, an der Erst- bis Sechstklässler auf rätoromanisch – im Dialekt Sutsilvan – unterrichtet werden, und zwei Kirchen. Sie befinden sich in den Dorfteilen Donat und Pazen-Farden und stehen unter Denkmalschutz. Früher gab es auch noch ein Restaurant. Heute wird das Haus als Pension geführt. Einkaufen für den täglichen Bedarf müssen die Dorfbewohner auswärts.

 

Neben den beiden Kirchen gilt auch noch die Valtschiel­brücke des Ingenieurs Robert Maillard als Sehenswürdigkeit. Die Brücke führt von Donat nach Casti. Es handelt sich dabei um eine betonierte Bogenbrücke ohne Pfeiler.

 

Arbeit gibt es in Donath auf den Bauerhöfen, die gemäss Battaglia gut aufgestellt sind und deren Zukunft gesichert ist. Dazu kommt eine Auto- und Landmaschinengarage mit angeschlossenem Transportbetrieb. Weiter existieren noch einige Einpersonenfirmen.

Zu klein, um zu überleben

Donat ist Anfang 2003 aus der Fusion der Gemeinden Donath und Patzen-Fardün entstanden. Gleichzeitig mit dem Zusammenschluss wurden die Ortsnamen wieder romanisiert. Der Ortsname Donath wurde zu Donat, der Ortsname Patzen zu Pazen und der Ortsname Fardün zu Farden. Der Grund war die rätoromanische Bevölkerungsmehrheit.

 

Obwohl ein Zusammenschluss erfolgte, ist Donat immer noch zu klein, um langfristig als eigenständige Gemeinde überleben zu können, wie Battaglia sagt. Zweimal wurde schon Anlauf genommen, die sieben Gemeinden des Ta-

ls zu einer einzigen zu fusionieren. Doch die Anläufe scheiterten jedes Mal. Einstweilen gelingt es Donat aber immer noch, die fünf Behördenposten mit  Einheimischen zu besetzen. Der Gemeindeschreiber, mit einem 80-Prozent-Pensum zu wenig ausgelastet, erledigt auch noch die Administration und die Buchhaltung einer anderen Gemeinde.

Der 55-jährige Battaglia wohnt seit seiner Geburt in Donat. Er fungiert seit knapp drei Jahren als Gemeindepräsident, war aber zuvor schon Behördenmitglied. Er ist gelernter Landwirt, bauert jedoch nicht mehr. Er arbeitet jetzt im Betrieb der Kraftwerke Hinterrhein. Battaglia ist verheiratet und Vater von vier Kindern im Alter von 15 bis 28 Jahren.

Gegenseitige Besuche

Es war in den Achtzigerjahren, als sich Patzen-Fardün im Rahmen des Programms «Schweizerische Patenschaften für bedrängte Gemeinden» auf die Suche nach einem Partner machte und sich beim Kanton meldete. Dieser suchte einen Paten – und fand ihn in Schlieren, das sich zur selben Zeit für die Übernahme einer Gemeindepatenschaft interessierte. Die Patenschaft wurde beibehalten, als Patzen-Fardün mit Donath fusionierte.

 

Seither gibt es regelmässig Treffen zwischen den Behör-

den von Donat und Schlieren. Alle zwei bis vier Jahre finden gegenseitige Besuche statt. Ende Oktober besuchten die Stadtparlamentarier die Bündner Gemeinde. Donat ist öfters an Schlieren­fäschtern zu Gast, meistens sogar mit einem Wagen am Umzug. 2011 hat sich Donat auch schon an einem Herbstmarkt mit einem Stand präsentiert.

Schlieren unterstützt Donat im Rahmen der Patenschaft mit einem jährlichen Beitrag von rund 10‘000 Franken, der in der Regel projektbezogen ausbezahlt wird. Dazu kommen noch nicht-finanzielle Leistungen. So war in den vergangenen drei Jahren die Zivilschutzorganisation Limmattal-Süd für jeweils eine Wiederholungskurs-Woche mit vierzig Angehörigen in Donat und stellte Wege instand und reparierte Brücken. «Für all diese Leistungen sind wir Schlieren sehr dankbar», sagt Donats Gemeindepräsident Battaglia.

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