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Das neue Alterszentrum macht Fortschritte

Das neue Alterszentrum am Stadtpark geht in die nächste Phase: der Planungskredit für das Bauprojekt soll dem Gemeindeparlament unterbreitet werden. Grundlage bildet das Siegerprojekt aus dem Architekturwettbewerb von 2019, welches in den letzten Monaten überarbeitet wurde.

Das Siegerprojekt für das neue Alterszentrum wurde ausgewählt, weil es sich unauffällig in den Stadtpark einordnet und den Geissweidplatz einbezieht. In den letzten Monaten wurde in Zusammenarbeit mit der Abteilung Alter und Pflege das Vorprojekt erarbeitet.

Auf Empfehlung der Jury wurde das Erdgeschoss mit dem öffentlichen Café zum Park hin geöffnet, sodass es auch auf Parkbesucherinnen und -besucher einladend wirkt. Die vergrösserten Aussensitzplätze wurden mit dem Park und dem Familienzentrum verwoben. Dies unterstützt den Dialog zwischen den Generationen und die Durchmischung des gesellschaftlichen Lebens. Der Mehrzweckraum wurde auf die Parkseite verlegt und ist damit öffentlich nutzbar für Veranstaltungen im Park. Dabei wurde darauf geachtet, dass die öffentlichen Parkflächen möglichst gross bleiben. Die 60 Alterswohnungen sollen sowohl vom Park her als auch über einen privaten Eingang an der Oberen Bachstrasse erreichbar sein. Bei der Ausarbeitung des Bauprojekts soll eine Hybridbauweise geprüft werden: Untergeschoss, Erdgeschoss und 1. Obergeschoss in Beton, die Wohnungen darüber als Holzbau. Die unverkleideten Holzstützen und -decken sollen den Wohnungen eine aussergewöhnlich warme Atmosphäre verleihen. Entscheidend für die definitive Bauweise werden die Kosten sein. Denn letztlich muss das Wohnen im Alterszentrum bezahlbar sein. Das Stimmvolk wird voraussichtlich Ende 2021 über den Baukredit abstimmen können.

Mitwirkungsprozess bei der Aussenraumgestaltung
Die Stiftung Pro Juventute hat im Rahmen des nationalen Projekts «Aussenräume bei Alterszentren als Spiel- und Freiräume» in den letzten Monaten gemeinsam mit der Stadt Schlieren einen partizipativen und generationenübergreifenden Prozess durchgeführt. Mit den Erkenntnissen aus solchen Prozessen, welche in verschiedenen Gemeinden durchgeführt werden, will Pro Juventute einen Leitfaden zur Umgebungsgestaltung von Alterszentren entwickeln.

Mädchen und Jungen des Schulparlaments Hofacker haben zusammen mit Seniorinnen und Senioren der Alterseinrichtungen Mühleacker und Bachstrasse unterschiedliche Konzepte erarbeitet. Beim gemeinsamen Basteln von Modellen entstanden nicht nur kreative Ideen; die Beteiligten begannen auch, sich in die Bedürfnisse und Wünsche der anderen Generation einzufühlen. Für die Seniorinnen und Senioren wurden ein Park-Pavillon, Skulpturen und ein Boden-Schachbrett vorgeschlagen. Über einen Springbrunnen, einen Aussichtsturm, eine Bühne für Theaterspiele und Liegestühle würden sich alle Generationen freuen, waren sich die Mitwirkenden einig. Auch weniger realistische Vorschläge wie eine Rutschbahn, die vom Seniorenzentrum hinunter in den Park führt, haben die Diskussion bereichert. Für sich selber wünschen die jungen Planerinnen und Planer einen Badebrunnen, eine Kletterwand, den Erhalt des bestehenden Kletterturms, eine Torwand, ein Beachvolleyballfeld und Baumhäuser. Nun wird geprüft, welche Wünsche wo realisiert werden könnten: beim Alterszentrum, im übrigen Stadtparkgebiet oder auf der Pischte 52, dem stillgelegten Abschnitt der Badenerstrasse, der später in den Stadtpark integriert werden soll.

Neuer Leiter der Abteilung Alter und Pflege
Anfangs Juli hat Martin Santschi die Stelle als Leiter der Abteilung Alter und Pflege angetreten.

Was hat Sie dazu bewogen, mit 60 eine neue Stelle in einer für Sie völlig neuen Branche anzutreten?
Nach meiner Ausbildung zum Hotelier und Gastronomen habe ich in verschiedenen Positionen und Direktionsstellen in der Schweiz und im Ausland gearbeitet. Ich hatte den Wunsch, beruflich noch einmal etwas völlig Neues zu machen. Das ist motivierend und hält jung. Als Abteilungsleiter Alter und Pflege habe ich genau das Richtige gefunden.

Zwischen Alterswohnen mit Pflegeleistungen und einem Hotel gibt es doch erhebliche Unterschiede. Gibt es auch Gemeinsamkeiten?
Die Bedürfnisse der Gäste sind ähnlich: ein gesunder Schlaf, eine abwechslungsreiche Gastronomie, unterhaltsame Aktivitäten und sich wie zu Hause fühlen. In der Langzeitpflege kommen noch die Aspekte des Gesundheitswesens dazu, wo Ethik, Sozialkompetenz und Respekt vor dem Alter gross geschrieben werden.

Was sind Ihre ersten Eindrücke?
Ich habe eine perfekt strukturierte Organisation mit sehr kompetentem Fachpersonal übernehmen dürfen, was für meine Einarbeitung sehr wertvoll ist. Das vielseitige Aktivierungsangebot, die höchst individuelle Betreuung rund um die Uhr sowie die umfangreichen Dienstleistungen im Betreuten Wohnen haben mich beeindruckt.

Welche Anforderungen sollte das neue Alterszentrum Ihrer Ansicht nach erfüllen?
Die aktuellsten Erkenntnisse des sozialen Zusammenlebens sollten bereits in der Planung berücksichtigt werden. Der Neubau muss effiziente Prozesse und eine professionelle Pflege unterstützen. Die Gastronomie muss die hohen Anforderungen für die individuellen Ernährungsbedürfnisse der Gäste erfüllen können, dies ist sehr wichtig für die Gesundheit und Zufriedenheit der Bewohnerinnen und Bewohner. Ökologische Baumaterialien und -methoden sollten eine Selbstverständlichkeit sein. Dass die Betreuten Wohnungen so konzipiert werden, dass bei einem Wechsel in den Pflegestatus die Bewohnenden in derselben Wohnung bleiben können, ist sicher ein Vorteil. Wenn das öffentliche Café im Innen- und Aussenbereich so gestaltet wird, dass es für alle einladend und attraktiv wirkt, ist das nicht nur ein Mehrwert für den Stadtpark, sondern auch eine einmalige Chance für das Stadtleben.