Sonntag, Juni 16, 2024
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«Der Ruf von Schlieren hat sich verbessert.»

Seit 16 Jahren ist Astrid Romer zuständig für die Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit der Stadt Schlieren. Stadtschreiberin Janine Bron hat sie über ihre Erfahrungen befragt.

Welche Situation hast du in Schlieren angetroffen, als du deine Arbeit aufgenommen hast?
Kritische Medienberichte über Kriminalität rund um den Auto-Occasionshandel, der hohe Ausländeranteil an der Bevölkerung, das unattraktive Stadtbild, die Lärmbelastung durch den Verkehr prägten zunehmend das Image der Stadt Schlieren. Deshalb ging ein Ruck durch die Politik: Die Standortförderung, die Stadtentwicklung und die Kommunikation rückten in den Fokus des Stadtrats. Es wurden Ziele definiert, das erste Stadtentwicklungskonzept verabschiedet, neue Stellen geschaffen. Meine Stelle war anfangs befristet auf drei Jahre. Die Fachstelle Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit gab es noch nicht. Ich konnte in dieser Aufbruchstimmung viel Aufbauarbeit leisten.

Und wie hat sich das Image seither verändert?
Man muss hier unterscheiden zwischen dem Image, welches die Bevölkerung selbst von ihrer Stadt hat, und welches Image Schlieren im Kanton, in der Schweiz, bei verschiedenen Anspruchsgruppen hat. Umfragen zeigten, dass die Schlieremerinnen und Schlieremer selbst ihre Stadt gar nicht so übel fanden. Es war ganz klar, dass die Medienberichterstattung in den Köpfen der Auswärtigen einen nachhaltig schlechten Ruf geschaffen hatte. Das Image einer Stadt ist sehr schwer zu korrigieren, da wir keine Imagekampagne durchführen können. Dafür fehlt das Geld. Es braucht eine kontinuierliche Stadtpflege, um das Erscheinungsbild gesamthaft zu verbessern. Dazu sind Investitionen in Neubauten und die Sanierung von Immobilien und Anlagen notwendig. Private und institutionelle Investoren spielen dabei auch eine wichtige Rolle. Natürlich beeinflussen die Gestaltung des öffentlichen Raums, die Sauberkeit und die Kommunikation ebenfalls das Image einer Stadt. Meine persönliche Wahrnehmung ist, dass der Ruf von Schlieren heute besser ist als früher.

Wie hast du das festgestellt?
Wenn ich in meinem privaten Umfeld über Schlieren spreche, fallen die Reaktionen positiver aus. Die Leute verbinden Schlieren mit der Limmattalbahn, mit der dynamischen Stadtentwicklung sowie dem Bio-Technopark, der natürlich vor allem im wissenschaftlichen Umfeld sowie der Pharma-Branche inzwischen ein Begriff ist. Die negative Berichterstattung in den Medien ist vorbei.

Aber nicht ganz. Der Blick berichtete kürzlich über gewaltbereite Jugendgangs in Schlieren.
Ja, das sind natürlich reisserische Artikel, welche ganz zufällig jede Stadt treffen können. Klar, ich ärgere mich auch darüber. Solange es sich um Einzelfälle handelt und Schlieren nicht zum Dauerthema wird, muss man das akzeptieren. Das ist die Pressefreiheit. Es gilt, die Entwicklung zu verschiedenen Themen im Auge zu behalten jedoch dafür zu sorgen, dass das «Grundrauschen», das heisst die grundsätzliche Wahrnehmung, positiv bleibt.

Und wie soll das positive «Grundrauschen» gefördert werden?
«Tue Gutes und rede darüber!» gilt als Leitsatz der Public Relations. Es gibt viel Interessantes und Positives über Schlieren zu berichten.

Zum Beispiel?
Das Zentrum hat schon viel gewonnen mit dem neuen Stadtplatz und dem auffälligen roten Flügel. Und mit der Aufwertung der Bahnhofstrasse und der Erweiterung des Stadtparks sind weitere wichtige Projekte geplant. Ausserdem sind in den letzten Jahren viele neue Quartiere entstanden, die ich sehr interessant und gelungen finde. Zum Beispiel die neue Stadtsiedlung Reitmen mit dem reizenden Café und dem grosszügigen und modernen Schulhaus Reitmen, das in Architektenkreisen viel Anerkennung findet. Auf der nördlichen Seite der Geleise beeindruckt der Rietpark, der sich durch das ganze Neubaugebiet zieht und bereits schön grün ist. Im wirtschaftlichen Bereich ist die Entwicklung im Wagi-Areal interessant. Das JED ist der Hammer, ich empfehle allen, einmal ein Auge dort reinzuwerfen. Besonders gefällt mir, dass Elemente der NZZ-Druckerei bewahrt wurden, was dem Ganzen eine eigene Identität verleiht. Wer sich übrigens ein Bild von diesem neuen, attraktiven Schlieren machen will, kann sich den neuen Imagefilm auf unserer Webseite anschauen:
www.schlieren.ch/wirtschaftsstrategie.

Und wie geht es weiter mit der Fachstelle Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit?
Der Stadtrat hat erkannt, dass es mehr personelle Ressourcen braucht, um für ein positives «Grundrauschen» sorgen zu können. Die Stellenprozente sollen deutlich erhöht werden. Gemessen an den vielen Anforderungen, die heute an die Kommunikation einer Stadt wie Schlieren gestellt werden, ist das sicher angebracht. Die Pflege der Website nimmt immer mehr Zeit in Anspruch, neue Plattformen wie der Stadtmelder und die Schlieren App müssen weiterentwickelt werden. Wir müssen ein Bildarchiv aufbauen, um die Arbeit effizienter gestalten zu können, und es stehen – wie schon erwähnt – weitere grosse Projekte an, die kommunikativ professionell begleitet werden müssen. Zu einem späteren Zeitpunkt werden wohl auch Social-Media-Plattformen zum Einsatz kommen.

Was für eine Beziehung hast du zu Schlieren?
Ich bin im Limmattal aufgewachsen, habe lange im Orchester-
verein Schlieren als Cellistin mitgespielt und wohnte viele Jahre in Schlieren. Ich kenne also die Gegend sehr gut. Ab und zu nehme ich auch privat an Veranstaltungen in Schlieren teil, und ich kaufe für unsere Familie oft in Schlieren ein.

Was würdest du in Schlieren ändern, wenn du könntest?
Wenn Geld keine Rolle spielt? Es hat viele Gebäude entlang der Zürcherstrasse, die saniert werden müssten. Die stillgelegte Badenerstrasse (Pischte 52) würde ich in den Stadtpark integrieren mit einer Allee und einem schönen Wasserelement. Der öffentliche Parkplatz östlich vom Stadtplatz ist keine Augenweide, hier würde ich mit einem neuen Gebäude eines Stararchitekten einen weiteren Akzent im Zentrum schaffen.

Was gefällt dir an deinem Job besonders?
Ich mache meine Arbeit ausserordentlich gern, weil ich viele kreative Aufgaben habe. Ich gestalte Dokumente, fotografiere, verfasse Texte und entwickle ganze Kommunikationskonzepte. Ausserdem sind die Themen sehr vielfältig: Polizeiarbeit, Jugendarbeit, Altersfragen, Bauprojekte sowie Stadtentwicklungsprojekte wie die Pischte 52 – die ganze Palette der öffentlichen Aufgaben und Aktivitäten erfordert auf irgendeine Art und Weise Kommunikation. Dadurch bin ich mit sehr vielen unterschiedlichen Leuten intern und extern in Kontakt. Es ist einfach mein Traumjob! 

«Der Rietpark ist ein attraktives, grünes Zentrum der Begegnung und Entspannung geworden», sagt Astrid Romer.

In den nächsten Ausgaben des «Schlieremer» stellen wir verschiedene Mitarbeitende der Stadtverwaltung und deren Aufgabengebiete vor. Erfahren Sie mehr über die Vielseitigkeit der Berufe in der öffentlichen Hand und lernen Sie die Menschen kennen, die für die Stadt Schlieren arbeiten.

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