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Die Wohnhilfe Schlieren geht ins dritte Betriebsjahr

Seit Sommer 2014 läuft das Pilotprojekt «Wohnhilfe Schlieren» mit dem Ziel, sozial Benachteiligte bei der Wohnungssuche zu unterstützen. Initiantin und Projektleiterin ist Judith Hüppi, Sozialarbeiterin der Katholischen Kirche, die bei ihrer Arbeit immer wieder mit dem Problem der schwierigen und zeitintensiven Wohnungssuche bei Armuts- betroffenen, Alleinerziehenden, kinderreichen Familien, aber auch Migrantinnen und Migranten, insbesondere mit Flüchtlingsstatus, konfrontiert wird. Mit der gleichen Heraus- forderung beschäftigt sich auch die Abteilung Soziales der Stadt Schlieren.

Finanziert wird die bis Mitte 2017 dauernde Pilotphase von der katholischen und der reformierten Kirche, der Stadt Schlieren sowie zu rund 15 % über Sponsorenbeiträge. Die operative Leitung liegt bei der Katholischen Kirche.

Die Nachfrage nach günstigem Wohnraum ist riesig – eine schwierige Ausgangslage für Menschen, die sozial benachteiligt sind. Die Fachstelle Wohnhilfe hilft den Wohnungssuchenden, sich auf dem Wohnungsmarkt zurechtzufinden, bietet Hilfe an beim Zusammenstellen der Bewerbungsunterlagen, beim Ausfüllen von Formularen und Vereinbaren von Besichtigungsterminen. Zwei Mitarbeiterinnen der Fachstelle sind in einem Teilzeitpensum tätig, zahlreiche Freiwillige stellen ihre Dienste unentgeltlich zur Verfügung.

Der Computerraum der Wohnhilfe ist mit den notwendigen Hilfsmitteln ausgerüstet und dient den Wohnungssuchenden auch als Treffpunkt. Das Angebot ist kostenlos und steht

grundsätzlich allen Einwohnerinnen und Einwohnern von Schlieren offen. Die Benutzerinnen und Benutzer geniessen den Erfahrungsaustausch und die emotionale Unterstützung bei der langwierigen Wohnungssuche.

Nach zwei Betriebsjahren ziehen die Mitarbeiterinnen Andrea Daniels Arifi (Leitung) und Barbara Graf eine gemischte Bilanz. Neben vielen positiven Rückmeldungen von Wohnungssuchenden, zahlreichen erfolgreichen Wohnungsvermittlungen und der Bestätigung, dass das Angebot der Wohnhilfe genutzt und geschätzt wird, treffen sie auch auf Ablehnung. Wohnungssuchende in komplexen Lebenslagen werden oft mit Diskriminierungs- und Ausgrenzungserfahrungen konfrontiert. Einige namhafte Verwaltungen wollen diese Menschen bei der Wohnungsvergabe grundsätzlich nicht berücksichtigen.

Eine gezielte Kontaktpflege mit lokalen Akteuren der Immobilienbranche ist Grundlage für die notwendige Sensibilisierung. Besonders die Eigentümer spielen eine wichtige Rolle, da diese letztlich über die Vermietung ihrer Liegenschaften entscheiden. Die Wohnhilfe entwickelt das Projekt laufend weiter. Die gesellschaftliche Akzeptanz sowie die Bereitschaft zur Unterstützung aller Anspruchsgruppen sind für den Erfolg unabdingbar.

Haben Sie eine Wohnung zu vermieten oder haben Sie einen Hinweis zu freien Wohnungen? Möchten Sie das Projekt gerne persönlich unterstützen und sich im Treffpunkt der Wohnhilfe freiwillig engagieren? Melden Sie Sich bei uns!
info@wohnhilfe-schlieren.ch oder 079 109 86 39.