Dienstag, Mai 21, 2024
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Familiengärten im Umbruch

Es sei ein «Jahrhundertprojekt», heisst es beim Kanton Zürich. Zwischen den Gemeinden Schlieren, Oberengstringen und Unterengstringen sowie dem Kloster Fahr und der Stadt Zürich wird die Limmat auf einer Länge von über drei Kilometern revitalisiert. Diese Umgestaltung führt auch für die Familiengärten Betschenrohr und Unterrohr zu Veränderungen.

Aus Gartenflächen wird ein Naherholungsgebiet
Für die Revitalisierung des Limmatbogens fällt rund die halbe Fläche des Gartenareals Betschenrohr buchstäblich ins Wasser. Es entsteht ein neues Naherholungsgebiet. Auch die Familiengärten Unterrohr werden sich verändern: Die Grundwasserfassung vom Betschenrohr kommt in Zukunft ins Areal Unterrohr. Dies hat zur Folge, dass die betroffenen Gärten im Unterrohr strengeren Grundwasserschutzauflagen unterstellt werden und die Bewirtschaftung nach den Richtlinien des biologischen Gartenbaus erfolgen muss.

Möglichst viele Gärten sollen erhalten bleiben
Diese Umstellungen diskutiert die Stadt Schlieren seit diesem Frühjahr intensiv mit je 5 Delegierten aus den beiden betroffenen Gartenvereinen. Zum einen soll in enger Zusammenarbeit mit den Vereinen vereinbart werden, nach welchen Prinzipien die Umsetzung des Konzepts Gartenareale erfolgt. Zum anderen ist ein Plan in Ausarbeitung, wie möglichst viele Gärten erhalten werden können.

«Wir sind uns bewusst, dass es für einzelne Pächterinnen und Pächter schmerzhaft ist, ihren liebgewonnenen Garten aufzugeben», sagt Stadtpräsident Markus Bärtschiger, «darum arbeiten wir mit einem neuen Konzept für die Gartenareale. Ziel ist es, die verbleibende Fläche so zu organisieren, dass möglichst alle, die weitergärtnern wollen, dies auch können.»

Gartentausch und Neuparzellierung
Für die Neuorganisation der Gartenareale gibt es mehrere Möglichkeiten. Zum Beispiel können Betschenrohrer Gärtner für freiwerdende Parzellen in anderen Arealen bevorzugt aufgenommen werden, ihren Garten sozusagen tauschen. Grössere Parzellen lassen sich aber auch in mehrere kleine aufteilen. So könnten mehr Personen auf den verbleibenden Flächen gärtnern. Auch besteht die Möglichkeit, einzelne Gärten zu Gemeinschaftsgärten zusammenzulegen, die von mehreren Parteien gemeinsam gepflegt würden.

Gartennutzungskonzepte der Zukunft
Zudem lassen sich auch neue Gartenformen erproben. Ein denkbarer Ansatz ist eine Kooperative zwischen jenen, die einen Garten bewirtschaften und ausgewiesenen Landwirtschaftsprofis. Gemeinsam könnte eine Solidarische Landwirtschaft, eine so genannte Solawi, gegründet werden. Eine weitere Möglichkeit: Man legt Querbeete an: In langen parallelen Beeten werden verschiedene Gemüsesorten ausgesät oder angepflanzt, die dann von den Hobbygärtnern gehegt werden. Diese Bewirtschaftungsform eignet sich auch für Areale in Gewässerschutzzonen, da hier die Hauptverantwortung für die Produktion bei einer Fachperson liegt. Solche und weitere Möglichkeiten werden in der nun beginnenden Umsetzungsphase gemeinsam erörtert, entwickelt und getestet.

Die neuen Ideen brauchen eine engagierte Trägerschaft sowohl inner- als auch ausserhalb der bestehenden Vereinsstrukturen. Die langfristig angelegte Umstrukturierung kann das Angebot für die Gärtnerinnen und Gärtner in Schlieren bunter und vielfältiger machen. Baustart der Revitalisierung ist voraussichtlich 2027. Doch auf den Gartenarealen ist die Planung und die Entwicklung neuer Ideen bereits heute in vollem Gange.

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