Montag, April 15, 2024
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Industriekulturerbe geht 2022 im WAGI Museum wieder auf

Den Erfolg der einstigen Weltmarke «Schlieren» verdankte das 1985 geschlossene Traditionsunternehmen Schweizerische Wagons- und Aufzügefabrik AG den bahnbrechenden Neuerungen im Schienenfahrzeug- und Aufzugbau. Schlieren war während Jahrzehnten die Waggonschmiede der Nation. Seit 2021 läuft nun der Neubau eines Museums im Wagi-Areal. Betriebsleiter Patrick Bigler und Rolf Wild, Präsident des Vereins WAGI Schlieren, erläutern, wie es um das Projekt steht, was die Besucherinnen und Besucher erwartet und wo der Verein dringend Unterstützung braucht.

Seit Januar 2021 laufen am neuen Standort im Wagi-Areal die Aufbauarbeiten des Museums der ehemaligen Schweizerischen Wagons- und Aufzügefabrik AG, kurz WAGI Museum, auf Hochtouren. Schon in diesem Jahr möchte das Museum mit einer Teileröffnung erste Besucherinnen und Besucher empfangen. Dazu wird in einer ersten Phase das Erdgeschoss mit der Ausstellung und demGastronomie-Teil eröffnet werden. Die obere Ausstellungsfläche soll dann nach Fertigstellung in einer zweiten Etappe eröffnet werden. Aktivmitglieder des Vereins WAGI Schlieren ermöglichen unter der Leitung von Museumsleiter Patrick Bigler unter Einsatz von mehreren tausend Arbeitsstunden, dass das historische Erbe der weltbekannten Fabrik aus Schlieren wieder zugänglich wird. Alle Mitglieder leisten diese Arbeiten in Freiwilligenarbeit ohne Entschädigung. Die aufwendige Kulissenlandschaft entführt die Besucherinnen und Besucher künftig in die Blütezeit der Wagonsfabrik um 1915. «Mittlerweile ist es für mich aber ein Fulltime-Job geworden», sagt Patrick Bigler, der auch Gründungsmitglied des Vereins WAGI Schlieren ist. «Wir konnten die schwierige Zeit der Pandemie wohl für den Aufbau nutzen, aber im Gegenzug war es trotz Businessplan und Betriebskonzept fast unmöglich, an Stiftungsgelder zu gelangen», erklärt Rolf Wild. Die Stiftungen wurden völlig überrannt von Corona-Hilfegesuchen, sodass für neue Projekte fast nichts übrigblieb. «Das hat uns im Baufortschritt sehr beeinträchtigt, denn ohne finanzielle Zuwendungen von Stiftungen und Spendengeldern, können wir gewisse bauliche Vorhaben und Vorgaben schlicht nicht erfüllen», sagt Bigler weiter.

Solche Rückschläge haben das Team aber nicht abgehalten. Dank der Zusammenarbeit und Unterstützung der PAPE Werbe AG aus Weiningen ist es den Museumsmachern gelungen, eine zeitgemässe und spannende Themenlandschaft aufzubauen, welche die Besuchenden künftig auf eine Zeitreise durch die Erfolge der Wagons- und Aufzügefabrik AG Schlieren mitnimmt. Den bereits jetzt bietet das Museum mit seinen Nischen und Gängen ein ganz spezielles Museumserlebnis, und ein Rundgang dauert gut und gerne einmal eine Stunde und mehr. Dabei finden sowohl historische Maschinen, Eisenbahnwagen und auch modernste interaktive Elemente Anklang bei Jung und Alt. Und das Museum ist noch lange nicht fertig gebaut.

«Ich lerne und assoziiere aus den Firmenbüchern der Wagi. Der Anfang war auch 1899 schwer.»
Damit die geplante Teileröffnung im Frühsommer 2022 stattfinden kann, müssen aber noch einige baulichen Hürden gestemmt werden. Darunter fällt unter anderem der Einbau einer barrierefreien Sanitär-Anlage im Erdgeschoss. «Hier sind wir in der Zwischenzeit voraussichtlich aber weiter. Dank Zusagen von privaten Darlehensgeberinnen und -gebern können wir diese Arbeiten nun bald ausführen lassen», hält Rolf Wild fest. Weitere Arbeiten wie ein Metallaufbau und ein Lift, der die obere Ausstellungsebene erschliessen wird, müssen aber vorderhand noch warten. «Die Baupläne sind zwar da, aber die Finanzierung ist noch nicht gesichert», sagt Bigler. Er kennt die Geschichte und den Werdegang des Unternehmens wie fast kein Zweiter. Und er sagt: «Wenn ich die ersten Entwicklungsjahre der Wagi um 1899 analysiere und hinterfrage, dann sehe ich viele Parallelen. Es dauerte damals ganze vier Jahre, bis das junge Unternehmen aus dem Nichts heraus auf eigenen Beinen stehen konnte. Klar haben wir eine andere Ausgangslage und auch eine andere Verantwortung zu tragen, aber es gibt uns persönlich immer wieder Mut, weiterzumachen. Der Geist der ‹Wagi› lebt in unserem Team aus Ehemaligen Wagianern und Machern weiter.»

Eine Teileröffnung des Museums ist für den Verein WAGI Schlieren elementar, denn nur so kann der Verein mit dem Museum eine gewisse langfristige Eigenfinanzierung gewährleisten. Die Stadt Schlieren unterstützt das Museum jährlich mit einem Betriebsbeitrag von CHF 70’000. Diese werden aber vollumfänglich für die Miete der Liegenschaft des Museums eingesetzt.

Schlieren als Standortgemeinde soll vom Museum profitieren können
Dass das WAGI Museum bereits jetzt eine überregionale Ausstrahlung besitzt, zeigen die Gruppen, welche das Museum in der Aufbauphase besuchen. Diese kommen aus der ganzen Schweiz, und im Juni wird uns sogar eine Reisegruppe aus Deutschland besuchen. «Ich möchte auch, dass der Standort Schlieren vom Museum profitieren kann», so Bigler. Er ist überzeugt, dass die künftigen Besucherinnen und Besucher auch das lokale Gastgewerbe in Schlieren beachten werden. Schliesslich liegt das Museum nur wenige Gehminuten vom Zentrum entfernt

Rolf Wild und Patrick Bigler hoffen, dass viele Leserinnen und Leser des «Schlieremer» den Verein WAGI Schlieren weiter beim Aufbau des Museums mit einer Spende unterstützen werden. Dies kann über das Spendenkonto des Vereins IBAN-Nr. CH37 0070 0114 8049 0697 3 gemacht werden.

Wann die geplante Teileröffnung stattfindet, will der Verein in den nächsten Wochen bekanntgeben. 

Text und Fotos: zVg.

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