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Mädchen erobern die Chefetage

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November 2018

Am 8. November 2018 ermutigt der Zukunftstag Mädchen und Jungen zu einer offenen, geschlechterunabhängigen Berufs- und Lebensplanung. Dieses Jahr sorgt das Spezialprojekt «Ein Tag als Chefin» für Furore.

Unter dem Motto «Seitenwechsel» lädt der Zukunftstag Schülerinnen und Schüler der 5. bis 7. Klasse ein, eine erwachsene Bezugsperson zur Arbeit zu begleiten oder an einem Spezialprojekt teilzunehmen. Ziel ist es, den Kindern einen praxisnahen, möglichst vorurteilsfreien Einblick in die Arbeitswelt zu vermitteln.

 

Am eindrücklichsten sind Aktivitäten, bei denen Schulkinder mit Freude Konkretes herstellen oder bewirken können. Beispielsweise, wenn ein Junge ein Kleinkind zu ersten Gehschritten ermuntert oder wenn eine Sechstklässlerin an der Schweiss- und Schleifmaschine einen Kerzenständer herstellt.

 

Solche positiven Erlebnisse bleiben in Erinnerung und beeinflussen den späteren Berufs- und Lebensweg der jungen Leute, die oft zu Vorbildern der nächsten Generation heranreifen.

 

Führungsfrauen fördern die Chefinnen von morgen

Im neuen Spezialprojekt «Ein Tag als Chefin» begleiten Schülerinnen der 6. und 7. Klasse Führungsfrauen und erhalten so Einblicke in deren Arbeitsalltag. Das Projekt spricht Mädchen an, die gerne Verantwortung übernehmen. Seit der Lancierung Anfang Jahr stösst das Projekt auf positive Resonanz.

 

Als eine der Ersten erklärte sich Bundesrätin Simonetta Sommaruga bereit, Schülerinnen Einblick in ihren Arbeitsalltag zu gewähren. Die erfahrene Spitzenpolitikerin setzt sich aktiv dafür ein, dass mehr Frauen die Chance auf eine Führungsposition erhalten: «In den Chefetagen sind Frauen praktisch überall in der Minderheit. Das muss sich ändern. Deshalb habe ich ein Gesetz ins Parlament gebracht, das den grossen Firmen Ziele vorgibt: Auf zehn Geschäftsleitungsmitglieder soll es wenigstens zwei Frauen geben. Wahrlich kein unmögliches Ziel!»

 

Auch zahlreiche weitere Führungsfrauen folgten dem Aufruf, sodass der Zukunftstag innert Kürze rund 500 Projektplätze für «Ein Tag als Chefin» ausschreiben konnte. Mit dabei sind erfreulich viele Frauen aus dem technischen Bereich wie etwa Angela Zellweger, CEO des digitalen Startup-Portals HelloNina:

 

«Es ist ein Privileg, in meiner Rolle als CEO einen Teil zur Diversity in Führungsebenen beizutragen. Bei der Initiative ‹Zukunftstag› engagiere ich mich gerne für unsere ‹female leaders of tomorrow› – bitte mehr davon!»

 

Weck die Chefin in dir

Auch bei den Schülerinnen findet das Spezialprojekt «Ein Tag als Chefin» grossen Anklang. Begeistert schildern sie ihre Motive für die Anmeldung:

 

«Ich möchte sehr gerne einen Tag als echte Chefin erleben, weil ich in Zukunft Geschäftsfrau werden will. In der Schule bin ich Mitglied des Schülerrats, wo wir verschiedene Probleme lösen und Partys organisieren», begründet etwa die 12-jährige Marie ihre Anmeldung bei der SBB.

 

Elissa (11), die sich bei der Belsoft Collaboration angemeldet hat, postuliert: «Ich finde, Mädchen und Jungen sollten die gleichen Chancen haben.»

 

Derweil begründet Leni (13) ihr Mitmach-Interesse beim Kulturamt Basel-Stadt: «In meiner Klasse habe ich festgestellt, dass ich mich häufig als Sprecherin für die Klasse einsetze und offen meine Meinung vertrete. Ich würde sehr gerne diesen Tag als Kulturchefin mit Ihnen verbringen.»

 

Auf der Suche nach Vorbildern                                                                                            

In der Schweiz stehen jungen Menschen gegen 250 Lehrberufe zur Auswahl. Gleichzeitig steigt die Nachfrage nach geeigneten Fachkräften. Doch nach wie vor schränken sich Jugendliche in ihrer Berufswahl stark ein, weil sie sich von traditionellen Rollenvorstellungen leiten lassen statt von eigenen Interessen und Stärken. So wählte die Hälfte der jungen Frauen 2016 aus nur fünf Berufen im Sozial- und Gesundheitswesen. Insbesondere für Mädchen fehlen weibliche Vorbilder – sowohl in männerdominierten Berufen als auch in Führungspositionen.

 

Genau darin liegt der Ansporn für den Zukunftstag: Im Grundprogramm, in dem Jungen und Mädchen Bezugspersonen zur Arbeit begleiten, steht der Seitenwechsel im Zentrum. Bei den Spezialprojekten liegt der Fokus bewusst auf geschlechter-spezifisch geprägten Berufen, in denen sich ein Fachkräftemangel abzeichnet.

 

Die Spezialprojekte im Überblick:

 

Spezialprojekte für Mädchen

•        Ein Tag als Chefin – neu

•        Mädchen entdecken Waldberufe

•        Mädchen – Technik – los!

•        Mädchen – Informatik – los!

•        Mädchen – bauen – los!

•        Ein Tag als Schreinerin

•        Ein Tag als Zimmerin

•        Ein Tag als Landwirtin

 

Spezialprojekte für Jungen

•       Ein Tag als Florist – neu

•       Ein Tag als Podologe – neu

•       Ein Tag als Ergotherapeut

•       Ein Tag als Profibetreuer

•       Ein Tag als Profipfleger

•       Abenteuer Schule geben

•       Ein Tag in der sozialen Arbeit

•       Ein Tag als Tierarzt

 

Wer wagt, gewinnt

Gefordert sind alle Beteiligten: Politik, Eltern, Schulen und vor allem die Betriebe. Gemischte Teams sind erfolgreicher. Unternehmen, die unabhängig vom Geschlecht auf Talente setzen, also Frauen und Männern attraktive Berufs- und Laufbahnperspektiven bieten, gewinnen geeignete Fachkräfte und stärken ihr positives Image in der Öffentlichkeit.

 

Die Spezialprojekte werden unterstützt von: AM Suisse, Baukader Schweiz, Codoc, coiffureSUISSE, CURAVIVA Verband Heime und Institutionen Schweiz, EVS/ASE ErgotherapeutInnen-Verband Schweiz, ICT Berufsbildung Schweiz, OdA AgriAliForm, Schweizerischer Gewerbeverband sgv, Schweizerische Akademie der Technischen Wissenschaften SATW, Schweizerischer Baumeisterverband SBV, Schweizerischer Floristenverband, Schweizerischer Ingenieur- und Architektenverein SIA, Schweizerischer Podologen-Verband SPV, Swico, Swiss Engineering STV, Swissmem, Verband Kinderbetreuung Schweiz kibesuisse, Verband Schweizerischer Schreinermeister und Möbelfabrikanten.

Der Zukunftstag ist ein Projekt der Gleichstellungsfachstellen und -kommissionen der Kantone AG, AR, BE, BL, BS, FR, GE, GL, GR, LU, NE, SG, SZ, TI, UR, VS, ZG und ZH sowie der Stadt Bern, der Stadt Zürich und des Fürstentums Liechtenstein. Er wird vom Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation SBFI finanziell unterstützt.

 

Kontakt und detaillierte Auskünfte zu den Projekten:
www.nationalerzukunftstag.ch

Isabelle Santamaria, Geschäftsführerin, Telefon 041 710 40 06, i.santamaria@nationalerzukunftstag.ch

Informationen zu den Angeboten in den einzelnen Kantonen erhalten Sie bei den kantonalen Fachstellen/Kommissionen für die Gleichstellung von Frau und Mann, Kontaktadressen unter: www.nationalerzukunftstag.ch/de/zukunftstag/traegerschaft.html

 

Bilder und Bildlegenden

Im Spezialprojekt «Mädchen – Technik – los!» steuert Jordyn eine Drehmaschine.

Bryan entdeckt den Betreuungsberuf in einer Kita.

 

 

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