Schlieren
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Mehr Dichte, aber auch mehr Freiraum

Stadtentwicklung:

Die Stadt Schlieren hat ein neues Stadtentwicklungskonzept. In einem mehrstufigen Prozess wurden unter Mitwirkung der Bevölkerung in den letzten Monaten die Ziele und Massnahmen für die Entwicklung der Stadt in den nächsten 25 Jahren festgelegt. Das räumliche Leitbild berücksichtigt das prognostizierte starke Wachstum und reagiert darauf mit einer Verdichtungsstrategie nach innen und der Qualitätssicherung. Die Hauptaufgabe der nächsten 25 Jahre liegt in der Schaffung und Verbesserung von Freiräumen.

 

Die wesentlichen Elemente des Stadtentwicklungskonzepts
  1. Das Limmattal ist ein Tal. Die beiden Bahnlinien, die Kantonsstrassen und die Limmat bilden deutliche lineare Siedlungsbänder.
  2. Der Schlieremer Berg und der Limmatraum nehmen den Stadtkörper in ihre Mitte.
  3. Künftig sollen fünf Querverbindungen diese beiden Landschaftsräume verbinden. Dazu braucht es mehr und bessere Gleisquerungen.
  4. In jedem Quartier soll es zukünftig einen Begegnungsort mit Charakter, Stimmung und «sozialem Humus» geben.
  5. Der Stadtkern soll durch zwei Stadteingänge am Kesslerplatz und bei der Gasometerbrücke deutlich markiert werden.
  6. Hochhäuser können auch weiterhin gebaut werden. Sie sollen als Wegweiser zu den Gleisquerungen eingesetzt werden.

 

Mit Dichte umgehen

Die Zersiedelung unserer intakten Landschaften wurde in den letzten Jahren schweizweit zum Thema und drückte sich in der Annahme verschiedener Gesetze und politischer Vorstösse aus.
Die Siedlungsentwicklung soll in den verkehrlich gut erschlossenen urbanen Gebieten erfolgen, zu denen auch Schlieren gehört. Nach den Vorgaben des kantonalen und regionalen Richtplans soll Schlieren weiter wachsen. Bis 2030 wird mit weiteren 3’500 Einwohnerinnen und Einwohnern und zusätzlichen 1’200 Arbeitsplätzen gerechnet. Die Siedlungsentwicklung soll zudem nach innen erfolgen.

Aber auch die inneren Freiflächen sollen geschont werden. Diese werden als Grünräume und Begegnungsorte umso wichtiger, je mehr Einwohner zusammenleben. Die Verdichtung soll durch Ersatzneubauten, Aufstockungen oder bauliche Ergänzungen erreicht werden. Dabei ist differenziert und ortsspezifisch vorzugehen. Quartiere, die bereits heute ein hohes Mass an Identität und sozialen Zusammenhalt aufweisen, sollen trotz geringer Dichte keine grossen Veränderungen erfahren. Die vorrangigen Verdichtungsgebiete befinden sich entlang der Limmattalbahn und beidseits des Bahnhofs Schlieren. Die Überbauung von neuen Flächen am Siedlungsrand soll erst stattfinden, wenn der Bedarf dafür nicht mehr im bestehenden Siedlungskörper gedeckt werden kann. Auch das Gebiet um den Bahnhof Urdorf soll in den nächsten 25 Jahren nicht eingezont werden.

 

Schlieren wird dichter, aber auch grüner

Wo verdichtet wird, ist auch das Gegenstück wichtig: der Raum dazwischen. Das wachsende Schlieren soll wesentlich intensiver als bisher mit Plätzen und Grünräumen durchsetzt werden. Der Limmatraum hat noch viel Potenzial für die Freizeitnutzung. Die vom kantonalen Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft geplante Renaturierung kann ab 2021 realisiert werden. Neben der Renaturierung haben hier auch weitere Ideen Platz.

Auf dem Schlieremer Berg sollen die Qualitäten behutsam weiterentwickelt und das Freizeitangebot verbessert werden, indem die Waldeingänge gestaltet und Spiel- und Aufenthaltsmöglichkeiten im Wald geschaffen werden. Ein Rundweg mit Anschlüssen ans Wegnetz der Nachbargemeinden soll dieses Naherholungsgebiet noch attraktiver machen.

Fünf grüne Querverbindungen für Fussgänger und Velofahrer sollen die Quartiere über die Bahnlinien hinweg mit dem Flussraum und dem Waldraum verbinden. Attraktive und fussgängerfreundlich gestaltete Wege mit Sitzmöglichkeiten sollen die Orientierung und Identität fördern.

 



isar

Die Isar in München – ein wertvoller Natur- und Erholungsraum. Ein Beispiel für die Neugestaltung des Limmatufers.

 

Die Zürcher-/Badenerstrasse kann mit dem Bau der Limmattalbahn siedlungsverträglich umgestaltet werden. Auch die Bernstrasse soll dem Verkehr nicht einfach preisgegeben werden.
Die Anbindung des Zelgli-Quartiers und die Zugänglichkeit der Limmat sollen durch einen möglichst siedlungsverträglichen Ausbau der Engstringerkreuzung erhalten bleiben.

 

Das Kerngebiet der Stadt kennzeichnen

Schritt für Schritt soll sich zukünftig ein Freiraumgerüst über den Stadtraum legen, gebildet aus Verbindungen, Plätzen und Parks. Dies soll zu mehr Begegnung und Aufenthaltsqualität auch in den Quartieren führen. Das Kerngebiet von Schlieren soll durch zwei Stadteingänge beim Kesslerplatz und bei der Gasometerbrücke markiert werden.

 

Schlieren hat Grösse

Hochhäuser dürfen auch weiterhin gebaut werden, aber nicht überall. Sie sollen als Wegweiser zu den Gleisquerungen eingesetzt und maximal 50 Meter hoch werden. Höhere Hochhäuser sollen das Zentrum rund um den Bahnhof markieren. 

 

Die verschiedenen Verkehrsmittel nicht gegeneinander ausspielen

Mit dem Siedlungswachstum nimmt auch die Verkehrsnachfrage im Limmattal zu. Die Ausbaumöglichkeiten des Strassennetzes sind jedoch begrenzt. Der Mehrverkehr soll hauptsächlich durch den öffentlichen Verkehr und den Langsamverkehr aufgenommen werden, damit der motorisierte Individualverkehr nicht zum Erliegen kommt. Dazu braucht es zusammenhängende, attraktive und sichere Wegnetze für den Fuss- und Veloverkehr.

 

Die zentralen Aufgaben:
  • Kräfte zuerst auf die Neugestaltung des Kerngebiets konzentrieren
  • Stadtpark/Grüne Mitte gesamthaft und qualitätsvoll gestalten
  • Attraktive Querspangen zwischen Schlieremer Berg und Limmatbogen
    entwickeln
  • Bestehende Bahnquerungen aufwerten und neue entwickeln
  • Den Limmatbogen landschaftlich hochwertig entwickeln
  • Kesslerplatz und Platz an der Gasometerbrücke als Stadteingänge
    umgestalten
  • Denken in vernetzten Quartieren mit ausreichenden Freiräumen
    und Plätzen
  • Die Bernstrasse zu einer stadtverträglichen Strasse umbauen.
Gute Noten von der Fachwelt

An einer Podiumsdiskussion zum Stadtentwicklungskonzept äusserten sich Fachleute positiv: «Seit Jahrzehnten schaut die Fachwelt nach Schlieren und ins gesamte Limmattal. Hier setzt man sich intensiv mit seiner eigenen Entwicklung auseinander», sparte der Leiter des Instituts
für Urban Landscape der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW), Stefan Kurath, nicht mit Lob.

Dem Vertreter des kantonalen Amts für Raumentwicklung, Balthasar Thalmann, ist besonders die Planung für die Quartiere wichtig: «Durch das Stadtentwicklungskonzept wird die Gefahr, dass die Quartiere von Investoren überrannt und planlos ausgebaut werden, eingedämmt.»

«Schafft es die Stadt, ihre Einwohner dazu zu bewegen, kurze Distanzen zu Fuss oder mit dem Velo zurückzulegen, beleben sich die Quartiere automatisch