rqmicro: Die Bakterienzähler aus Schlieren

Der Firmenname ist Programm: rqmicro steht für rasche, quantitative Mikrobiologie (engl. «rapid quantitative microbiology»). Seit fünf Jahren ist das Team um Hans-Anton Keserue, Daniel Schaffhauser und Tobias Schaad an der Brandstrasse 24 zuhause und erobert die Welt der Wassermikrobiologie mit einer Lösung zum Zählen von lebenden Bakterien.

Nach fast 10 Jahren Entwicklung konnte rqmicro im vergangenen Jahr einen grossen Schritt nach vorne machen. Was einst an der ETH Zürich am Hönggerberg in aufwändiger Handarbeit erprobt wurde, kann nun einfach und ohne technisches Vorwissen vor Ort oder im Labor durchgeführt werden. Es handelt sich um das Zählen von Bakterien im Wasser. Was einfach klingen mag, ist in der Realität eine grosse Herausforderung.

Sicheres Wasser ist kein Zufall
Dass wir uns in Schlieren und in der ganzen Schweiz täglich auf einwandfreies Trinkwasser verlassen können, ist der hervorragenden Arbeit der Wasserbetriebe, dem guten Stand der Infrastruktur sowie der routinemässigen Hygienekontrolle zu verdanken.

In der Schweiz entstehen Wasserhygieneprobleme aufgrund mikrobiologischer Verunreinigung, z.B. durch gefährliche Legionellen, typischerweise erst im Gebäude. Vermieter und Betreiber von öffentlichen Gebäuden gelten im erweiterten Sinne als Wasserversorger und müssen für die Trinkwasserqualität gegenüber Verbrauchern geradestehen. rqmicro stellt einen Teil des Labors an der Brandstrasse 24 für Wassertests zur Verfügung und ermöglicht damit, Gebäudebetreibern ihrer Verantwortung für die Wasserhygiene mittels neuester Technologie nachzukommen.

Wassertechnologie aus Schlieren für die Welt
Seit rqmicro im vergangenen Jahr die neue Geräteserie lanciert hat, melden sich Interessenten aus verschiedensten Bereichen: Ein Stahlwerk in Deutschland quantifiziert die Gesamtkeimbelastung und die spezifische Kontamination mit Legionellen-Bakterien im Prozesswasser von Kühltürmen. Diesen Anwendungsfall hat auch der Verein Deutscher Ingenieure (VDI) in einer neuen Richtlinie aufgegriffen. Eine Fischzucht in der Schweiz überwacht die Gesamtzahl lebensfähiger Bakterien im rezirkulierenden Wasser von Fischtanks. Die Anzahl Bakterien im Wasser hat einen grossen Einfluss auf die Gesundheit und das Wachstum der Fische. Diesen Monat steht eine Lieferung nach Trinidad und Tobago an, wo wiederum die Überwachung von Legionellen im Kühlwasser im Vordergrund steht.

Standort Schlieren mit wichtigen Vorteilen
Den Standort Schlieren hat rqmicro nicht zufällig gewählt. Der erfolgreiche Life Sciences Cluster in Schlieren ist wichtig, um geeignete Talente zu gewinnen. Zudem hat sich früh gezeigt, dass der Schlieremer Standortförderer Albert Schweizer viel Verständnis für die Bedürfnisse von Startups aufbringt und diese Jungunternehmer auch aktiv unterstützt.
Zudem schätzen die Verantwortlichen von rqmicro, dass Büro und Labor an einem Ort untergebracht werden konnten. Auch diesbezüglich wurden sie von der Standortförderung unterstützt, um diese Vision zu verwirklichen.