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Sanierung und Erweiterung des Gemeinschaftsgrabs abgeschlossen

In einer stillen Ecke des Friedhofs liegt das Gemeinschaftsgrab. Stattliche Lärchen und Föhren umrahmen eine sanft bewegte Wiese und zeugen vom Schaffen des Landschafts- architekten Willi Neukom.

Willi Neukom (1917-1983) prägte mit innovativen Ideen und einer neuartigen Formensprache sein Berufsfeld seit der Nachkriegsmoderne stark. Er schuf unverwechselbare Gärten, Parks und Friedhöfe. Seinem Werk wird heute Denkmalwert zuerkannt.

Der Schlieremer Friedhof ist einer dieser Zeitzeugen. Neukom hat in den 1970er Jahren die Erweiterung des Friedhofs auf den heutigen Umfang realisiert. Den romantischen Parkfriedhof vom Anfang des 20. Jahrhunderts ergänzte er in klarer geometrischer Struktur um grossflächige Reihengrabfelder, ein Gemeinschaftsgrab und einen Urnenhof. Zwischen den Grabfeldern sorgen offene Rasenflächen für Grosszügigkeit. Betonpflaster und Sichtbeton waren damals in der Gartengestaltung völlig neu. Beim Gemeinschaftsgrab schuf Neukom ein landschaftliches Bild. Am Rand der Wiese ruhen massive Sandsteinplatten. Hier konnten auf Wunsch der Angehörigen die Namen der Verstorbenen eingraviert werden.

Die Anlage war in die Jahre gekommen. Die Pflästerung war stark uneben, Teile davon ganz verschwunden. Grabplatten und Beläge waren von Moos und Flechten überwachsen. Die nicht vorgesehene Unterpflanzung war so hoch und dicht geworden, dass sie die Urnenwiese stark überschattete. Die roten Granitplatten auf den Sandsteinen wirkten fremd. Es bedurfte dringend einer Sanierung im Sinne des Gartendenkmals.

In den letzten Monaten wurde ein parallel zum Hang führender Rundweg gemäss den Originalplänen wieder hergestellt und behindertengerecht verbreitert. Die unter Moos und Gras verschwundenen Pflastersteine konnten in einwandfreiem Zustand wieder verwendet werden. Ebenfalls erneuert wurde ein kleiner Platz mit Bank als Rückzugsort, von dem aus der Blick über die Urnenwiese schweifen kann. Hier haben die Granitgrabplatten einen neuen Standort gefunden.

Entlang des oberen Weges wurden sechs neue Grabplatten angeordnet. Die pultförmigen Steine lassen das kurzzeitige Ablegen von Grabschmuck zu, das Wasser fliesst gut ab und der härtere Bollinger Sandstein verwittert langsamer. Die alten Grabsteine wurden gereinigt und instand gestellt.
Die Lärchen aus Neukoms Zeit sind gross gewachsen und strecken malerisch die Äste über die Urnenwiese. Ein Baumexperte hat sich während den Bauarbeiten um den Schutz der Bäume gekümmert. Das dichte Gebüsch wurde komplett ausgelichtet, die schönen Baumgruppen kommen nun wieder herrlich zur Geltung. Die Böschung wurde stimmig mit Waldstauden bepflanzt.

Die Kunstschmiede Ueli und Lukas Weidmann haben mit ihrer Skulptur eine künstlerische Bereicherung geschaffen. Ein Löwenzahn, übermannshoch, lässt seine Samen vom Wind verwehen und versinnbildlicht die flüchtige Schönheit des Lebens.

Eine Löwenzahn-Skulptur schmückt die Urnenwiese.

Filigrane Kunstschmiede-Arbeit: Naturgetreu wurde der Löwenzahn mit dreierlei Metallarten und viel Liebe zum Detail nachgebildet.