Freitag, Mai 24, 2024
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Schlieremer Vereine stark betroffen

Restaurants, Bars und Läden mit Waren des nichttäglichen Gebrauchs
geschlossen, Freizeit-, Kultur- und Sportaktivitäten weitestgehend untersagt, Homeoffice-Pflicht, Versammlungsverbot für Gruppen von mehr als fünf Personen: Der wegen der zweiten Coronavirus-
Welle verhängte Lockdown trifft viele in der Schweiz hart. Auch Schlieremer Vereine und ihre Mitglieder sind stark betroffen, wie eine kleine Umfrage des «Schlieremer» zeigt.

Stefan Bolliger

Nicht erst seit dem neuesten Lockdown vom 13. Januar sei der Fussballclub (FC) Schlieren schwer betroffen, sagt Co-Präsident Stefan Bolliger. Schon die erste Verschärfung der Anti-Coronavirus-Massnahmen im vergangenen Oktober habe zu deutlichen Einschränkungen geführt. Seither können nämlich im Amateurfussball keine Meisterschafts- und Trainingsspiele mehr durchgeführt werden. Trainieren dürfen nur noch die unter 16-Jährigen – unter Einhaltung strenger Schutzmassnahmen.

Der Trainingsbetrieb für die Jugendlichen sei bis Mitte Dezember weitergeführt worden, berichtet Bolliger. Dann habe man sich entschlossen, eine kurze Pause bis zum 22. Januar einzulegen. Bei Redaktionsschluss dieses Artikels wurde mit der Stadt Schlieren diskutiert, wann und wie die Jugendlichen wieder zu trainieren beginnen dürfen.

Jubiläumsfest geplant

Der FC Schlieren hat einen Covid-19-Plan erstellt und einen Covid-19-Verantwortlichen bestimmt. Für Juniorinnen und Junioren gibt es Tutorials, um zu Hause zu üben. Die Nationalliga-B-Frauen haben einen Home-Trainingsplan erhalten und müssen individuell trainieren. Dasselbe gilt für die Aktiven.

Was den im vergangenen November vom Schlieremer Stimmvolk bewilligten Neubau der Garderoben betrifft, so geht Bolliger «mit Stand heute nicht von einer Verzögerung wegen der Coronavirus-Pandemie aus». Zur Einweihung des Neubaus soll im Spätsommer oder Herbst ein Fest stattfinden. Dann soll auch das 100-Jahr-Jubiläum des FC Schlieren gefeiert werden. «Wir rechnen damit, dass wir das Fest veranstalten können», erklärt Bolliger. «Natürlich wird es nicht so gross ausfallen, wie wir das angedacht hatten. Aber wir glauben daran, dass wir dann ein Fest feiern können.»

Die Finanzen leiden

Nicht nur der Spiel- und Trainingsbetrieb ist von der Coronavirus-Pandemie betroffen, auch die Finanzen des FC leiden. «Die Lage ist nicht einfach», sagt Bolliger. Zwar habe man weniger Kosten für den Spielbetrieb, aber es würden auch beträchtliche Einnahmen wegfallen – etwa aus dem traditionellen Hallenturnier, das nicht durchgeführt werden kann. Und zum Glück habe man «grossartigste Sponsoren», die dem Verein auch in schwierigen Zeiten die Treue halten würden. Deshalb sei man «zuversichtlich, den Lockdown einigermassen gesund zu überstehen».

Der FC Schlieren zählt mit 860 Mitgliedern zu den grossen Vereinen in der Stadt. Auf immerhin beachtliche 170 Mitglieder kommt Faustball Schlieren. «Ja, auch wir sind wie alle Sportvereine stark von den Anti-Coronavirus-Massnahmen betroffen, da wir wegen der Schliessung der Sportstätten für die Erwachsenen keine Trainings mehr abhalten können», gibt Präsident Daniel Laubi zur Auskunft. Die Ausnahme seien die Juniorinnen und Junioren bis 16 Jahre, die coronakonform noch trainieren dürften. Zudem sei die Faustballmeisterschaft auf allen Stufen stillgelegt. Es fänden somit keine Spiele statt. Um trotzdem im Schuss zu bleiben, hätten die Elite-Teammitglieder von den Trainern Vorgaben erhalten für individuelle Trainings im Fitness- und Kraftbereich.

Bei Faustball Schlieren blickt man gleichwohl zuversichtlich in die Zukunft. Der Verein hat nämlich am 24. Juli die Austragung eines Länderspiels der Schweizer Männer-Nationalmannschaft gegen Vizeweltmeister Österreich auf der Sportanlage Unterrohr übernommen. Rund um diesen sportlichen Leckerbissen soll auch ein umfangreiches Rahmenprogramm stattfinden. «Jetzt hoffen wir einfach, dass uns Corona nicht einen Strich durch die Rechnung machen wird», sagt Laubi.

Daniel Laubi

Zahlen die Sponsoren?

«Klar trifft uns der Lockdown auch finanziell», gibt Laubi zu Protokoll. «Wir können aktuell ausser den Mitgliederbeiträgen keine Einnahmen generieren.» Die grosse Frage sei zudem, ob die Sponsoren den Verein noch finanziell unterstützen könnten, da viele von ihnen mindestens teilweise auch vom Lockdown betroffen seien. Das Ausmass des finanziellen Schadens werde sich deshalb erst im kommenden Sommer/Herbst voll zeigen.

Mehr als 150 Kurse und Veranstaltungen bietet Freizeit Schlieren unter dem Namen «Vivat Schlieren» seinen rund 750 Angehörigen und zahlreichen Nicht-Vereinsmitgliedern in der Stadt an. Schon seit Mitte März 2020 seien diese Aktivitäten von den Anti-Coronamassnahmen stark betroffen gewesen, berichtet Präsident Charly Mettier. Zwar hätten zwischenzeitlich einzelne Kurse und Veranstaltungen unter Einhaltung der Coronavorschriften durchgeführt werden können. Aber mit dem neuerlichen Lockdown seien jetzt alle Aktivitäten wieder bis mindestens Ende Februar zum Erliegen gekommen. Dasselbe gelte auch für den Betrieb in den verschiedenen Interessengruppen von Freizeit Schlieren.

«Wir gehen in unserer mittelfristigen Planung davon aus, dass erst mit der warmen Jahreszeit und der steigenden Anzahl geimpfter Personen unsere Aktivitäten wieder aufgenommen werden können», sagt Mettier. «Nach heutigem Stand rechnen wir damit, dass dies frühestens im Mai oder Juni 2021 der Fall sein wird.»

Charly Mettier

Treue Mitglieder

Kurse und Veranstaltungen bringen Freizeit Schlieren Geld ein. Diese Einnahmen blieben 2020 und bleiben zu einem Teil auch 2021 aus. Mettier rechnet deshalb sicher für 2020 und wahrscheinlich auch 2021 mit einem Ausgabenüberschuss in der Vereinsrechnung. Da aber nicht nur die Einnahmen sinken würden, sondern auch die Ausgaben, könnten die finanziellen Ausfälle verkraftet werden. Dies insbesondere auch, weil die allermeisten Mitglieder dem Verein 2020 die Treue gehalten hätten. Mettier hofft, dass dies auch dieses Jahr so sein wird.

«Wohlwissend, dass sehr viele Menschen gesundheitlich, sozial und wirtschaftlich von Covid-19 sehr hart getroffen wurden und werden, möchten wir uns keinesfalls über die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie auf unseren Verein beschweren», fügt Mettier zum Schluss noch an.

Thomas Landis

Beschränkte Ressourcen

Der Gewerbeverein Schlieren und seine rund 200 Mitglieder sind von den Anti-Coronavirus-Massnahmen ebenfalls stark betroffen. Der Verein kann gemäss Co-Präsident Thomas Landis keine Anlässe mehr für seine Mitglieder durchführen. Ein Teil von ihnen – etwa in den Bereichen Detailhandel, Gastronomie und Unterhaltung – hätte schliessen müssen und könne deshalb keine Einnahmen mehr generieren. Den Reisebüros seien die Kunden weggebrochen, weil Ferien ausserhalb der Schweiz derzeit praktisch unmöglich sind.

Als kleiner, lokaler Verein mit beschränkten personellen und finanziellen Ressourcen könne der Gewerbeverein seine Mitglieder in dieser schwierigen Zeit nur beschränkt unterstützen, sagt Landis. Mehr Hilfe komme aber vom kantonalen und vom schweizerischen Gewerbeverband, die mit Forderungen und Stellungnahmen zuhanden ihrer jeweiligen Verwaltungen und Regierungen auftreten würden. Deren Einsatz sei jüngst etwa für Verbesserungen bei den Härtefallentschädigungen für Lockdown-betroffene Unternehmen entscheidend gewesen.

Text: Martin Gollmer; Bilder: zVg

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