Freitag, Mai 24, 2024
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«Schlieren bietet das perfekte Startup-Feeling»

Nach 33 Jahren haben zwei Softwarepioniere im letzten Frühjahr ihre Firma an den Jungunternehmer Milan Blagojevic verkauft. Dieser richtet den erfolgreichen Partner für KMU ERP-Software neu aus, gibt ihm einen neuen Namen und zieht von Wallisellen in den neuen «Startup Space» nach Schlieren. Die Geschichte einer geglückten Nachfolge eines Schweizer KMU.

Milan Blagojevic, Sie sind heute im gleichen Alter wie Ihre Vorgänger zum Zeitpunkt der Firmengründung. Wie fühlt es sich an, Unternehmer zu sein?

Ich denke, so wie für meine Vorgänger vor 34 Jahren. Für mich hat sich zum richtigen Zeitpunkt die perfekte Chance geboten. In einem solchen Moment den Mut zu haben, ja zu sagen, passiert einfach. Es ist ein gutes Gefühl, in die Fussstapfen eines erfolgreichen KMU zu treten und damit dessen Fortbestand sicherstellen zu können.

Was hat Sie dazu bewogen, die damalige SMC Computer zu übernehmen?

In den vergangenen Jahren arbeitete ich in führenden Funktionen in der Schweizer Softwarebranche. Nach der Zeit der Pandemie spürte ich mehr denn je den Wunsch nach etwas Eigenem. Ich erinnerte mich an einen Austausch mit dem Inhaber des KMU-Softwareherstellers Proffix Software AG, dessen ERP wir in Schweizer KMU integrieren und betreiben. Er erzählte mir von seiner Vision eines Ökosystems rund um die Software und ich wurde mir bewusst, dass darin die Zukunft liegt. Ich rief ihn an einem Montagmorgen an und sechs Wochen später unterzeichneten wir den Kaufvertrag.

Weshalb haben Sie sich für die Übernahme eines über 30-jährigen Unternehmens entschieden und nicht eine eigene Firma gegründet?

Mit dem Kauf bin ich als Geschäftsführer der Okolo AG der grösste Vertriebspartner der Proffix Software AG. Als ERP-Partner ist man für viele KMU der wichtigste Ansprechpartner in Sachen IT. Entsprechend hoch ist die Verantwortung. Aufgrund meiner Erfahrung, die ich bei grossen IT-Partnern machen konnte, war es mir wichtig, mit einem eigenen Unternehmen denselben hohen Servicestandard bieten zu können. Mit der Übernahme eines renommierten KMU mit über 300 Kunden und einem erfahrenen Team erhielt ich dafür die perfekten Voraussetzungen.

Neuer Name, neue Ausrichtung, neuer Auftritt – weshalb dieser Effort?

Dadurch wurde Okolo zu meinem «Baby», meinem Unternehmen, die Mitarbeitenden zu meinen Team, für das ich die Verantwortung trage. Zudem war mir wichtig, dem Unternehmen eine Vision und eine neue Ausrichtung zu geben, die unser Kompass sind. Mit dem neuen Auftritt positionieren wir uns als innovatives Tech-Startup.

Weshalb haben Sie sich für Schlieren als Standort entschieden?

Schlieren bietet das perfekte Startup-Feeling, sind wir doch eines von vielen Unternehmen, das es zurzeit hierherzieht. Mit dem Startup Space des IFJ haben wir einen flexibel Vermieter gefunden, der uns die Büroräumlichkeiten zur Verfügung stellt, die wir zum jeweiligen Zeitpunkt unseres Wachstums benötigen, ohne dafür gleich wieder umziehen zu müssen. Die unmittelbare Nähe zur Autobahn und die ausgezeichnete Anbindung an das öffentliche Verkehrsnetz sprechen ebenso für Schlieren wie das grosse Einzugsgebiet für qualifizierte Arbeitskräfte und die starke Wirtschafts- und Steuerpolitik.

Wo möchten Sie mit Okolo in fünf Jahren stehen?

Wir legen grossen Wert darauf, unseren Kunden eine fundiertere Expertise zu bieten, wenn es um die Digitalisierung und Automatisierung ihres Business geht. Dafür braucht es ebenso betriebswirtschaftliche Kompetenzen wie auch Prozess- und Entwickler-Know-how. Getreu unserer Mission wollen wir KMU unterstützen, ihr Business am Puls der Zeit weiterzubringen und zu verändern und Okolo zu einer «Boutique für ERP» machen

In den kommenden zehn Jahren werden tausende Schweizer KMU eine Nachfolge suchen. Warum soll ihre Generation den Sprung wagen?

Die Vielfalt an KMU zeichnet die Schweizer Wirtschaft aus. Ich bin fest davon überzeugt, dass der Erfolg der Schweiz auch auf die Diversität, gerade bei den «K» der KMU, zurückzuführen ist. Ich habe mir lange überlegt, wie ich mit einem «Startup» dazu beitragen könnte. Der Entscheid, ein renommiertes KMU zu übernehmen und daraus einen «Challenger» zu formen, war genau richtig. Ich bin davon überzeugt, dass in bestehenden Unternehmen oftmals ein grosses, aber auch unentdecktes Potenzial steckt, das sich durch ein Management-Buy-in einfacher erschliessen lässt.

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