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Schlieren hat Zukunft – als selbständige Stadt

Standpunkt
März 2016

«Wir sind nicht von Zürich nach Schlieren gezogen, um bald schon wieder Zürcher zu werden»: Das war meine erste Reaktion, als ich in der «LIZ» las, dass Politiker der Alternativen Liste (AL) eine Fusion Schlierens und Dietikons mit der Stadt Zürich fordern. Hier in Schlieren haben wir vor zweieinhalb Jahren eine schöne, bezahlbare Wohnung gefunden. Wir fühlten uns schnell heimisch in der aufstrebenden Stadt im Limmattal. Schlieren ist hervorragend mit dem öffentlichen Verkehr erschlossen, bietet gute Einkaufsmöglichkeiten für den täglichen Bedarf und verfügt über ein vielfältiges Vereinsleben. Hier möchten wir bleiben und uns engagieren. Das ist auch der Grund, dass ich als Journalist beim «schlieremer» mitmache.

Einige unserer Bekannten fragten zwar: «Was, ihr zieht nach Schlieren?» Für sie war die Stadt immer noch charakterisiert durch Industriebrachen, auf denen sich der Auto-Occasionshandel breit gemacht hatte, und durch einen hohen Ausländeranteil. Diesen hat Schlieren zwar immer noch. Aber er ist keine Last, sondern eine bereichernde Vielfalt.

Im Übrigen hat sich Schlieren stark gewandelt. Aus dem einstigen Industriestandort ist ein weit über die Stadtgrenzen hinaus ausstrahlendes Biotech-Zentrum geworden. In verschiedenen Quartieren sind Überbauungen mit modernen Wohnungen hochgezogen worden, die junge, gut verdienende Familien anziehen.

Mit dem Bau der Limmattalbahn wird sich Schlieren weiter wandeln. Vorgesehen ist, die vielbefahrende Verkehrsschneise Badener-/Zürcherstrasse zu beruhigen, wenn die gegenwärtig gewälzten Stadtentwicklungspläne Wirklichkeit werden. In der Mitte der Stadt soll ein einladender Platz entstehen, der endlich den Namen Zentrum verdient.

In einer solchen Stadt, die noch Pläne hat, macht es Freude,  zu wohnen. Schlieren ist wirklich der Ort, wo Zürich Zukunft hat – eine selbständige Zukunft wohlverstanden. Mit gut 18'000 Einwohnern hat die Stadt die kritische Grösse, um sich unabhängig von Zürich entwickeln zu können, und ist gerade so gross, dass man die wichtigsten Leute noch persönlich kennen kann.

 


Martin Gollmer

Redaktion schlieremer

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