Donnerstag, Februar 29, 2024
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Singen gehört zurück ins Klassenzimmer

In der wissenschaftlichen Forschung über die Auswirkungen des Singens entdeckten die Forscher Bemerkenswertes: Glückshormone werden ausgeschüttet, Abwehrkräfte gestärkt, Stress reduziert, Lungen und Herzfunktionen verbessert. In der empirischen Forschungsarbeit «Singen in der Kindheit» von Dr. Thomas Blank und Dr. Karl Adamek stellte man fest, dass sich Kinder physisch, psychisch und sozial deutlich besser entwickeln als Kinder, die nicht singen.

Trotz diesen eindrücklichen und positiven Auswirkungen des Singens auf die Kinder wird in vielen Primarschulklassen kaum mehr gesungen. Das kann daran liegen, dass in mehreren Pädagogischen Hochschulen Musik ein Wahlfach ist und somit nicht mehr alle Lehrpersonen in diesem Fach ausgebildet werden. Ferner sind viele Lehrpersonen mit den Lernzielen unter Druck und neigen dazu, die Musikstunden für die Vertiefung des Lernstoffs zu nutzen.

Sara Birnstiel, Primarlehrerin in Schlieren, will die Lehrpersonen ermutigen, das Singen wieder bewusst in der Schule zu etablieren. Mehrmals pro Tag werden in ihrer Klasse Lieder gesungen. Musiklektionen sind ein wichtiger Bestandteil und werden mit der gleichen Priorität wie die anderen Schulfächer vermittelt. Jedes Jahr führt sie mit ihrer Klasse ein Musical auf. Sie arbeitet im Hofi, im Gründungsschulhaus der bekannten Schlieremer Chind, und setzt sich dafür ein, dass die Musik weiterhin einen hohen Stellenwert im Schulhaus behält. «Ich merke, dass viele Lehrpersonen eigentlich gerne mit ihren Klassen singen würden, sich aber überfordert fühlen», erzählt sie. Den Lehrpersonen fehle es an Know-how, wie sie auf einfache und kreative Art Lieder einführen können. Manchmal scheitere es aber einfach am Liederangebot. In der Mittelstufe sei es oft so, dass entweder zu schwierige Lieder aus den Charts ausgewählt werden oder die Lieder zu einfach sind, so dass die Kinder nicht begeistert sind und motiviert werden können. Aus diesem Grund entschied Sara Birnstiel, Lieder zu schreiben und eine CD zu produzieren, die besonders Kinder im Zyklus 2 ansprechen und begeistern. «Ich schreibe schon seit vielen Jahren eigene Lieder und lasse dazu Playbacks produzieren. Bis jetzt kamen diese Lieder fast ausschliesslich in meinen eigenen Klassen zur Anwendung», erklärt sie. Sie ist überzeugt, dass diese Lieder für andere Lehrpersonen eine Hilfe sein können und hofft, dass damit in den Mittelstufenklassen mehr gesungen wird. Mit Singen verliert man keine Zeit für den restlichen Schulstoff, weil durch das Singen die Kinder leichter lernen und motivierter am Unterricht teilnehmen können.

Sara Birnstiel,

Jeder kann das!
Die CD mit dem Namen «Du und ich» besteht aus 12 fetzigen und eingängigen Songs. Eine Playback-CD ist dazu erhältlich, damit können auch Lehrpersonen diese Lieder mit den Kindern singen, wenn sie selber kein Begleitinstrument beherrschen. Im dazugehörigen Liederheft erhalten sie viele hilfreiche Tipps zur Umsetzung der Lieder. «Ich habe darauf geachtet, dass auch jemand mit diesen Liedern arbeiten kann, der sich selber nicht als Musik-Talent versteht. Es würde mich riesig freuen, wenn Lehrpersonen, die keine Musikkurse an der Pädagogischen Hochschule besucht haben, sich mit diesen Liedern wagen, mit ihrer Klasse zu singen.» Sara Birnstiel ist überzeugt, Singen gehört nicht nur in den Musikunterricht, sondern während dem ganzen Schultag sollte Musik einen wichtigen Akzent setzen.

Lieder, die verbinden
Thematisch geht es bei diesen zwölf Liedern um Themen des Zusammenlebens im Schulalltag. Sie regen an, darüber nachzudenken, wie wir mit den Menschen in unserem Umfeld umgehen. Sie sollen bewusst machen, dass wir nicht allein auf dieser Welt leben und die Verschiedenheit der Menschen unser Leben bereichern. Sara Birnstiel meint: « Das Schöne ist, dass es beim Singen absolut keine Rolle spielt, woher jemand kommt und wie jemand ist. Sobald man zusammen singt, entsteht ein Gefühl der Verbundenheit. Als Klassenlehrperson sollte man dieses Phänomen nutzen, um den Klassenzusammenhalt zu festigen.» Übrigens haben diese Lieder den Praxistest bereits bestanden, und zwar mit dem Hofichor, den Sara Birnstiel vor 2 Jahren gründete.

Text und Bilder: zVg.

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