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November 2017

Quo vadis Detailhandel Schlieren

Leider findet der Abwärtstrend im Schlieremer Detailhandel kein Ende: Seit Januar 2015, als die Schweizerische Nationalbank die Bindung des Frankens an den Euro aufgegeben hat, liegen die Umsätze Monat für Monat unter dem Vorjahr, und der Einkauf im nahen Ausland legt wacker zu. Aber auch der blühende Onlinehandel schwächt das lokale Einkaufen. Die Spuren dieser Marktveränderungen sind in Schlieren leider schon stark spürbar.

 

Die Innenstadt ist – im Gegensatz zu den Shoppincentern – der Witterung ausgesetzt und weist eine gute Nutzungsmöglichkeit auf, bleibt aber eintönig. Entsprechend individuell sind die Öffnungszeiten. Die Möglichkeiten zum Parkieren sind ohne lokale Kenntnisse nicht immer kundenfreundlich. Mit oder ohne Tempo 20er- oder 30er-Zone im Bahnhofgebiet, die Besucher- und Kundenfrequenzen sinken. Das Einkaufs­erlebnis schwindet, da der Branchenmix in Schlieren nicht im Gleichgewicht ist. Die vielen gut gemeinten und von der Stadt unterstützten Aktivitäten (z.B. Hüslimärt usw.) bringen leider nur punktuell Frequenz, denn die Vielfalt der Einkaufsmöglichkeiten bleibt beschränkt.

 

Schlieren hat eine hohe Anziehung zum Wohnen und den neuen Arbeitswelten. Dies sind Orte der Zugehörigkeit und der Impulse, haben allerdings einen alles hemmenden Nachteil: die Zentrums- bzw. Einkaufsgebiete sind nämlich nicht transformationsfähig, das heisst können nicht verschoben resp. näher zu den potenziellen Kunden gebracht werden.

 

Wir haben (zu) vielen Einzelakteure (Detailhandel, Liegenschaftsbesitzer, Politik), und diese müssen sich in Zukunft zusammentun und mit gebündelter Kraft Schlieren als attraktiven Einkaufsort positionieren. Nebst Marketingmassnahmen müssen die Mietzinse in den Erdgeschossen moderat sein, und die Politik sollte mit guten Rahmenbedingungen ebenfalls die Ansiedlung von neuen Fachgeschäften forcieren. Wenn alle Beteiligten positiv mitmachen und auch Sie – werte Leserin, werter Leser – als Kunde das Angebot aktiv nutzen, wird es in Schlieren
sicherlich bald  wieder Bäckereien, Metzgereien, Milch- und Käsehandlungen, ja sogar ein «Spezereienlädeli» geben.

Schlieren hat dafür genügend Optionen. Diese zu nutzen, erfordert eine auf Kooperation setzende Haltung aller relevanten Akteure. Hört sich einfach an, ist aber eine grosse Herausforderung.

 

Ich freue mich auf die kommende Adventszeit sowie Weihnachten und bin überzeugt, dass das Jahr 2018 dem lokalen Detailhandel wohlwollend gegenübersteht.

Philipp Locher

 

Präsident aus Leidenschaft
der Detaillistenvereinigung 
pro schlieren
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