Testphase Pischte 52: Versuch – Irrtum – Lernen

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Trotz der Corona-Pandemie ist der Testbetrieb auf der Pischte 52 im Sommer angelaufen. Es konnten mehrere Anlässe erfolgreich durchgeführt werden. Bei der Bewilligung künftiger Projekte will die Stadt die bisherigen Erfahrungen berücksichtigen.

Mit Pischte 52 wird die ehemalige Kantonsstrasse (Badenerstrasse) bezeichnet, die im Zusammenhang mit den Bauarbeiten zur Limmattalbahn und zum Stadtplatz nach Norden verlegt wurde. Die ca. 8500 Quadratmeter grosse freie Fläche wird deshalb für den Autoverkehr nicht mehr gebraucht. Dies ergibt eine sehr gute Ausgangslage für eine deutliche Vergrösserung des Stadtparks. Die neue «Grüne Mitte», die in Schlieren hier entstehen kann, soll die einzelnen Elemente wie die baumbestandene Geissweid mit der Wendeschlaufe des Trams, den Stadtplatz mit Nebelbrunnen und Flügel sowie den Stadtpark zu einem attraktiven Ganzen verknüpfen.

Der Stadtrat hat entschieden, dass auf der Pischte 52 während drei Jahren getestet werden kann, in welche Richtung die Erweiterung des Stadtparks gehen könnte. Es geht nicht nur um eine Vergrösserung der Grünflächen, sondern auch um verschiedene Nutzungsarten und um die konkrete Ausgestaltung der frei gewordenen Flächen im Hinblick auf eine definitive Umgestaltung.

Um zentrale Fragen wie «Was fehlt?», «Braucht es eher eine Fussballwiese oder hauptsächlich mehr Bäume?», «Ist das Angebot an Aussenflächen im Zentrum hinreichend?», «Braucht es mehr Sitzgelegenheiten?», «Wo können Kinder spielen?» oder «Wie ist der Ersatz des Chilbiplatzes auszugestalten?» hat der Stadtrat diese dreijährige Testphase ins Leben gerufen, um der Bevölkerung und den Gewerbetreibenden die Möglichkeit zu geben, Projekte zu realisieren und so aufzuzeigen, was möglich wäre, was schön sein könnte
und – unter Umständen – was fehlt.

Dazu sind Regelungen erforderlich. Der Stadtrat hat diesbezüglich einen Leitfaden verabschiedet, einen Lenkungsausschuss definiert und einen Kümmerer bestimmt. So können Anlässe nach einheitlichen Kriterien bewilligt und durchgeführt werden. Anlässe benötigen eine Bewilligung, in der auch Auflagen definiert werden (z.B. Öffnungszeiten, Vorgaben zur Abfallentsorgung, Vorgaben betreffend Übergaben der Lokalität).

Dabei steht gemäss Leitfaden ausgesprochen nicht der Kommerz im Zentrum, es soll auch nicht eine Party-Meile entstehen. Rein kommerzielle Projektideen, die keinen Mehrwert für das Stadtzentrum und die breite Bevölkerung ergeben, werden gestützt auf den Leitfaden (in Zweifelsfällen durch den Lenkungsausschuss) in aller Regel abgelehnt. Vielmehr soll eine attraktive Gestaltung – möglich sind auch nur einfache Massnahmen und Eingriffe – zur Belebung beitragen. Zudem wird darauf geachtet, dass alle Altersgruppen von den Projekten profitieren können und nicht nur eine spezifische Bevölkerungsgruppe, da das Zentrum für alle Schlieremer-
innen und Schlieremer attraktiv sein soll. Schliesslich soll die Aufenthaltsqualität langfristig und für alle verbessert und eine identitätsstiftende Grüne Mitte geschaffen werden.

Zu den grössten Veranstaltungen, die bisher durchgeführt wurden, zählen der Gastaufenthalt eines Zirkus, das Ferienparadies von Shopping Schlieren sowie ein Thaifood-Festival. Was auf der Pischte 52 passiert, soll hauptsächlich von Privaten ausgehen, die ihre Ideen auch selber umsetzen. Die Exekutive und die Verwaltung halten sich bewusst zurück, damit diejenigen Projekte «getestet» werden können, die von der Bevölkerung angestossen werden, und das Resultat der Versuchsphase nicht verfälscht wird. Allerdings unterstützt die Stadtverwaltung die Durchführung der privaten Projekte in verschiedenster Art und Weise, zum Beispiel bei der Erstellung von Wasser- und Stromanschlüssen, einfachen Konstruktionen oder technischen Arbeiten.

Nach Erteilung der erforderlichen Bewilligung werden die Projekte von der Stadt Schlieren nicht nur begleitet und unterstützt, sondern auch systematisch analysiert und nach verschiedenen Kriterien beurteilt. Einerseits dient diese sorgfältige Evaluation als wichtige Grundlage für die Erstellung des Anforderungskatalogs für die definitive Ausgestaltung des Stadtparks, andererseits soll auch ein stetiger Lernprozess gepflegt werden, um Erfahrungen mit allfälligen Problemen wie Lärmemissionen oder Littering bei der Bewilligung weiterer Projekte einfliessen zu lassen.

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