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Von Erfolgen und Misserfolgen

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November 2018

Die Zürcher Planungsgruppe Limmattal (ZPL) feiert dieses Jahr ein Jubiläum. 1958 wurde sie gegründet. Ein kurzer Streifzug durch die Arbeit, die sie seither geleistet hat.

 

Die ZPL ist heute ein Zweckverband mit Sitz in Dietikon. Ihm gehören alle elf Gemeinden des Bezirks Dietikon an – also auch die Stadt Schlieren. Die ZPL befasst sich mit Raumplanung. Hauptziel ist die geordnete räumliche Entwicklung in der Region. Für Wohnen, Arbeiten, Verkehr und Erholung soll jederzeit genug Platz vorhanden sein. Und sie sollen sich gegenseitig nicht stören. Angesichts des stürmischen Wachstums, welches das Limmattal kennt, und eines begrenzten Raums keine leichte Aufgabe.

 

In den Anfängen prägte die Behebung der infrastrukturellen Defizite der Region die Arbeit der ZPL, wie einem Artikel von ZPL-Fachplaner Heinz Schröder in der Jubiläumsschrift zu entnehmen ist. Sie setzte sich stark mit dem Bau der Autobahnen samt Anschlüssen und mit dem Ausbau des öffentlichen Verkehrs – von der Organisation eines Busnetzes bis hin zur S-Bahn-Vorlage – auseinander.

 

Mit dem einsetzenden Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum richtete die ZPL ihre Aufmerksamkeit schon bald auf die Freihaltung von wichtigen Gebieten. Ein Grünzonenplan sah 1960 etwa den Schutz eines Streifens beidseits der Limmat vor. Doch der Plan scheiterte. Es blieb bei Richtlinien und Empfehlungen.

 

Hüst und Hott in der Siedlungsplanung

Parallel dazu galt es, das für die Zukunft benötigte Siedlungsgebiet zu bestimmen. Weil diese Arbeit in eine sehr wachstumsgläubige Zeit fiel, wurde dieses sehr gross. Doch mit der Ölkrise 1973 bekam der Wachstumsglaube Risse, und das Siedlungsgebiet sollte wieder verkleinert werden. Das war sehr anspruchsvoll, da vielerorts schon Investitionen in die Erschliessung vorgenommen worden waren und Enteignungen vermieden werden sollten.

 

In der Folge kam es zu einem Paradigmenwechsel. Es galt immer mehr, den Siedlungsdruck im bestehenden Siedlungsgebiet aufzunehmen. Die ZPL reagierte mit einem Raumordnungskonzept, welches Zielvorstellungen für verdichtetes Bauen formulierte.

 

Auch das Nichtsiedlungsgebiet kam durch das Wachstum unter Druck. Die ZPL erarbeitete deswegen zwei Landschaftsentwicklungskonzepte und versuchte mit Vorranggebieten für Landwirtschaft, Naherholung und Natur einen Beitrag zur Konfliktlösung zu leisten.

 

Grossprojekte im öffentlichen Verkehr

Im Strassenbau verlagerte sich die Problemstellung von der Erstellung neuer Verkehrsanlagen zur Steigerung der Leistungsfähigkeit bestehender Infrastrukturen und der Anpassung solcher Infrastrukturen an das Siedlungsgebiet. Zunehmend setzte sich die Erkenntnis durch, dass die Verkehrsprobleme in der Region nur mit einem Quantensprung beim öffentlichen Verkehr gelöst werden konnten. Der ZPL gelang es dabei, mit einer von allen Exekutiven zwischen Zürich und Baden unterzeichneten Absichtserklärung, die Realisierung der Limmattalbahn voranzutreiben.

 

Und schon taucht ein weiteres Grossprojekt im öffentlichen Verkehr am Horizont auf. Die Bahnlinie Zürich – Heitersberg ist überlastet. Ein oberirdischer Ausbau dieser Linie mit weiteren zwei Geleisen kommt für die Region aber nicht in Frage. Die ZPL versucht deshalb, eine unterirdische Verbindung von Altstetten Richtung Aarau/Olten zu propagieren. Der Bund hat dieses Anliegen inzwischen aufgegriffen und in seine Planung aufgenommen. Wann der Tunnel realisiert werden soll, ist allerdings noch unklar.

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