Schlieren
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Vorwort von Peter Voser

Die Stadt Schlieren hat in den letzten zehn Jahren eine eindrucksvolle Entwicklung gehabt. Auf den ehemaligen Industriebrachen sind neue Wohnungen entstanden. Die Bevölkerung ist von 13‘300 Einwohnern auf rund 18‘500 gestiegen.

Das Image von Schlieren hat sich in den letzten Jahren stark verbessert. Schlieren wird heute als dynamische und interessante Stadt wahrgenommen. Dies ist erfreulich. Aber nicht alle Erwartungen wurden bisher erfüllt. Nach wie vor fehlt ein attraktives und lebenswertes Zentrum – hier ist die Planung nun in die Wege geleitet. Gehofft wurde auch, dass sich mit dem Bau von neuen zeitgemässen Wohnungen die Zahl der Einwohnerinnen und Einwohner mit den höchsten sozia­len Belastungen (fremdsprachige Ausländer, Sozialhilfeempfänger und Einkommensschwache) verringert. Nach dem Sozialindex für die Schulen hat sich diese Situation in Schlieren  in den letzten zehn Jahren nicht wesentlich verbessert – Schlieren liegt immer noch auf einem der letzten Plätze in der Rangfolge aller Schulgemeinden. Hier bestehen nach wie vor grosse Herausforderungen.

Immer wieder ist zu lesen, dass als Folge der hohen Mietzinsen in der Stadt Zürich die einkommensschwachen Einwohnerinnen und Einwohner gezwungen werden, in der Agglomeration günstige Wohnungen zu suchen. Schlieren soll nach den Richtplänen des Kantons Zürich und der Region Limmattal (RZU) wachsen. Auch das neue Stadtentwicklungskonzept übernimmt dieses Wachstum und sieht in weiten Teilen der Stadt Schlieren Bauten mit einer hohen bauliche Dichte und Hochhäuser vor. Dieses Wachstum und die damit verbundene Zuwanderung kann nun nicht mehr auf den Industriebrachen stattfinden, sondern muss in den bewohnten Siedlungsgebieten erfolgen.

Hier stellen sich nun verschiedene Fragen: Sollen einkommensschwächeren Personen aus der Stadt Zürich, die sich das Wohnen in der Stadt Zürich nicht mehr leisten können, nach Schlieren ziehen? Wollen wir Schlieremer dieses Wachstum und die bauliche Dichte? Sollte es nicht ein politisches Ziel der Stadt Schlieren sein, beim Sozialindex für die Schulen einen Platz im Mittelfeld anzustreben? Mit welchen Bauten und Wohnungen lässt sich dieses Ziel erreichen?

Mit den Antworten auf diese Fragen sind Zielkonflikte verbunden. Die Antworten dazu sollten wir nicht nur den Fachleuten (Raumplanern, Architekten usw.)  überlassen, sondern den Einwohnerinnen und Einwohnern von Schlieren.

Eine gute Gelegenheit sich mit all diesen Fragen auseinanderzusetzen, wäre eine Revision der Bau- und Zonenordnung. Gegenüber dem nur behördenverbindlichen und konfliktträchtigen Stadtentwicklungskonzept hat eine neuen Bau- und Zonenordnung allgemeine Verbindlichkeit. Der Hauseigentümerverband Schlieren wünscht eine qualitative Weiterentwicklung von Schlieren und fordert seit Jahren eine solche Revision.

Peter Voser
Präsident des Hauseigentümer­verbandes Schlieren